Mainz und Nürnberg: Jubeln oder Nachsitzen
München (dpa) - 22.05.2009, 14:24 Uhr
So wie Bo Svensson (l) nach dem 33. Spieltag wollen die Mainzer erneut jubeln.
Matchball für Mainz, Hoffen in Nürnberg: Nur noch ein einziger Punkt trennt den FSV Mainz 05 vom zweiten Bundesliga- Aufstieg seiner Vereinsgeschichte - und von einer Tollhaus-Party wie an Rosenmontag. «Die ganze Stadt fiebert diesem Spiel entgegen», sagt Manager Christian Heidel vor dem Saisonfinale am 24. Mai in der 2. Fußball-Bundesliga gegen Rot-Weiß Oberhausen. «Wir hätten locker die doppelte, vielleicht dreifache Anzahl an Eintrittskarten verkaufen können.» Jubeln oder Nachsitzen: Nicht nur im Aufstiegsfernduell zwischen Mainz und dem 1. FC Nürnberg, auch im Tabellenkeller ist am letzten Liga-Spieltag noch einmal Hoffen und Bangen angesagt. Vor einem Jahr verfehlte Mainz nur um zwei Punkte den Aufstieg, am Spieltag gegen 15.45 Uhr soll das Traumziel Bundesliga wieder Realität sein. «Wir haben ein Finale über 90 Minuten», blickt Präsident Harald Strutz auf die ausverkaufte Partie. Dass der Mainzer Bruchweg aber in dieser Saison alles andere als eine Festung ist, zeigt die Statistik: Vier Heimpleiten setzte es für Mainz, der Tabellenzweite hat zuhause die fünftschlechteste Bilanz der Liga. «Der Gegner wird uns nichts schenken, uns erwartet am Sonntag knallharte Arbeit über 90 Minuten», weiß denn auch Heidel, dessen Team den Relegationsplatz aber auf jeden Fall schon sicher hat.
«Über Wunder redet man nicht. Entweder sie passieren oder auch nicht», sagt Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer zum noch möglichen direkten Wiederaufstieg. «Wir würden es uns nie verzeihen, falls Mainz stolpert und wir es nicht ausnützen.» Die Rechnung ist einfach: Eine Heimniederlage von Mainz, ein Sieg der Franken im Derby gegen 1860 München - und der «Club» wäre als zweiter Verein hinter Meister SC Freiburg zurück auf der großen deutschen Fußball-Bühne. «Es liegt in unseren Händen, das Tor zur Bundesliga steht für uns offen», macht Coach Michael Oenning seinen Profis auch für die eventuellen Entscheidungsspiele gegen den Bundesliga-16. Mut. Voller Abstiegssorgen sind vor dem 34. Spieltag noch vier Teams. Die schlechtesten Karten hat der VfL Osnabrück, der wohl nur mit einem Sieg beim MSV Duisburg die ungeliebte Relegation vermeiden kann. Nach einer Horror-Saison hat Bundesliga-Absteiger Hansa Rostock bei Absteiger SV Wehen Wiesbaden die Rettung vor Augen: «Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir in Wehen den Dreier holen und die Relegation vermeiden», sagt Coach Andreas Zachhuber. Mit dem jüngsten Wechselfehler sorgte TuS Koblenz einmal mehr für Negativ-Schlagzeilen, und Trainer Uwe Rapolder ist schon vor der Partie bei Absteiger FC Ingolstadt urlaubsreif. «Wir wollen eine schwierige Saison erfolgreich beenden und dann ganz tief durchatmen.» Wie Koblenz dürfte auch Neuling FSV Frankfurt schon bei einem Remis beim FC St. Pauli gerettet sein.
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