Finale furioso: «Wölfe» vor Titel, Bochum gerettet
Düsseldorf (dpa) - 17.05.2009, 13:23 Uhr
Wolfsburgs Trainer Felix Magath ist mit dem Spiel der Wolfsburger zufrieden.
Im Finale furioso der Fußball-Bundesliga kämpfen noch drei Teams um den Titel, doch dem VfL Wolfsburg ist der Gewinn der deutschen Meisterschaft wohl kaum noch streitig zu machen. Auf der Zielgeraden genügt den Niedersachsen (66 Punkte) nach ihrem grandiosen 5:0-Sieg bei Hannover 96 am letzten Spieltag ein Remis gegen Werder Bremen, um den ersten Titelgewinn in der Geschichte unter Dach und Fach zu bringen. «Natürlich ist eine Vorentscheidung gefallen. Unsere Chancen betragen nur noch drei bis fünf Prozent», befand Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß nach dem 2:2 bei 1899 Hoffenheim. Im Saisonfinale gegen den VfB Stuttgart (64) droht dem Rekordmeister (64) sogar der Sturz von den Champions-League-Rängen, bestenfalls geht es im Südgipfel aber noch um den Titel. Hertha BSC ist nach dem 0:0 gegen Schalke 04 aus dem Rennen ausgeschieden. Im hektischen Abstiegskampf hat sich der VfL Bochum gerettet, Arminia Bielefeld (27) hingegen entließ vor dem letzten Spiel Trainer Michael Frontzeck. Aus dem Quartett Karlsruher SC (26), Energie Cottbus (27), Bielefeld und Borussia Mönchengladbach (30) kann der KSC im günstigsten Falle noch auf einen Relegationsplatz vorrücken, Mönchengladbach wohl nicht mehr direkt absteigen.
Den Bielefeldern droht nach dem 0:6 bei Borussia Dortmund sogar noch der direkte Abstieg. «Wir wollten mit dieser Maßnahme die Mannschaft noch in die Pflicht nehmen. Die Entscheidung ist gefallen, weil wir zu wenig Punkte haben», begründete Detlev Dammeier, Geschäftsführer Sport der Ostwestfalen, die Trainerentlassung kurz vor Toreschluss. Ein Nachfolger soll schnell gefunden sein. Für Frontzeck selbst kam die Entlassung nicht mehr überraschend, eher der Zeitpunkt. «Das ist schon eine besondere Note», meinte der Coach. Die Wolfsburger Galavorstellung mit ihrem 51-Tore-Sturmduo Edin Dzeko und Grafite hat selbst Trainer Felix Magath begeistert. «Wenn wir wieder so auftreten wie heute, gibt es keinen Zweifel: Wolfsburg wird Meister», sagte der Coach, der sich dennoch cool und zurückhaltend gab. «Leider glauben schon einige, dass sei alles erledigt, aber das ist ja die große Gefahr. Ich weiß, dass man schnell stolpern kann, wenn man glaubt schon etwas erreicht zu haben», meinte Magath vor der letzten Partie gegen die zuvor im UEFA- Cup-Finale beschäftigte Elf von Werder Bremen. |
Die Konkurrenz aus München und Stuttgart schickte zwar schon Gratulationswünsche gen Wolfsburg, doch insgeheim hoffen auch die beiden süddeutschen Teams noch auf ihre Chance und die Gegenwehr von Bremen. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sagte: «Wir werden den Rathaus-Balkon nicht mieten». Zuvor vergab sein Team beim 2:2 gegen Hoffenheim einen möglichen Sieg und musste die ersten Punktverluste unter Fünf-Spiele-Trainer Jupp Heynckes hinnehmen. Während Hertha BSC mit einem enttäuschenden 0:0 gegen Schalke aus dem Meisterrennen ausgeschieden ist, bleibt der VfB Stuttgart in der Spur. «Wir versuchen, in München das Unmögliche möglich zu machen», versprach Teamchef Markus Babbel nach dem durch die Treffer von Thomas Hitzlsperger und Cacau schwer erkämpften 2:0-Erfolg gegen Energie Cottbus. Im Abstiegslotto 2 plus 1 aus 4 hat sich der KSC mit dem überraschenden 3:1-Sieg in Bremen noch einmal in Position gebracht. »Unsere Chancen sind von ein oder zwei Prozent auf zwölf Prozent gestiegen», befand Karlsruhes Profi Christian Eichner. Sollten Energie Cottbus (gegen Bayer Leverkusen) oder Arminia Bielefeld (gegen Hannover 96) patzen, kann der KSC mit einem Sieg gegen Hertha BSC noch Rang 16 erreichen. Den will Borussia Mönchengladbach nach der desolaten 0:5-Niederlage in Düsseldorf gegen Bayer Leverkusen vermeiden. «Für die Psyche und die Gemütslage war es nicht gut», sagte Trainer Hans Meyer. Bei drei Punkten Vorsprung reicht den Gladbachern allerdings ein Remis gegen Borussia Dortmund, um den Klassenverbleib zu sichern. Verabschiedet hat sich der VfL Bochum aus dem Abstiegskampf. Die Mannschaft von Trainer Marcel Koller schaffte mit dem 2:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt den vorzeitigen Klassenverbleib. «Es war eine verdammt schwere Saison», befand Trainer Koller und genoss den überschwänglichen Jubel der Fans.
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