Johansson auf Schmusekurs mit EM-Planern
Wien (dpa) - 10.11.2004, 13:26 Uhr
Lennart Johansson gibt im Juni in Portugal bei der EM 2004 ein Pressekonferenz.
Es war eine Formalie, doch UEFA-Präsident Johansson feierte sie als Meilenstein auf dem Weg zur nächsten Fußball-EM, nachdem er in Wien mit den Verbandschefs aus Österreich (ÖFV) und der Schweiz (SFV) das Rahmenabkommen für die Titelkämpfe vom 7. bis 29. Juni 2008 unterzeichnet hatte. «Mit der Unterzeichnung dieses Abkommens machen wir einen Schritt nach vorne. Es ist ein großer Tag für die UEFA, Österreich und die Schweiz», sagte Lennart Johansson. Jetzt sei «alles wieder im Lot», fügte der 75 Jahre alte Schwede hinzu. Es ist gerade mal einen Monat her, da hatte der als besonders gutmütig geltende Johansson noch eine ganz andere Tonart gewählt. Weil die Schweizer Pläne zum Stadionneubau in Zürich am Widerstand aus der Bevölkerung gescheitert waren, hatte er in einem publik gewordenen Brief die «ungenügende Unterstützung von politischer Seite» in beiden Ländern gerügt, bessere Sicherheitsvorkehrungen angemahnt und bis zum Jahresende Klarheit in der Stadionfrage gefordert.
DFB Nationalmannschaft Fanartikel
Nationalmannschaft Tickets bei Viagogo bestellen
Von diesem Ultimatum ist der UEFA-Chef auf seinem jetzigen Schmusekurs wieder abgerückt, dabei hat sich seit seiner Reklamation die Situation beim Problemfall Zürich nicht wesentlich verändert. Nachdem Anwohner und Umweltschützer den geplanten Baubeginn am Hardturm-Stadion so weit verzögert hatten, dass die Arena nicht mehr bis zur EM fertig gestellt werden kann, soll jetzt das durch die Leichtathletik-Sportfeste berühmt gewordene Letzigrund-Stadion erneuert und auf 30 000 Zuschauer ausgebaut werden. Allerdings sind auch dazu noch nicht alle juristische Hürden, unter anderem eine Volksabstimmung, genommen. «Wir sind zuversichtlich, dass wir der UEFA schon bald detaillierte Unterlagen zum vierten Stadion in der Schweiz präsentieren können», meinte SFV-Präsident Ralph Zloczower dennoch optimistisch. Als Notlösung für den achten EM-Standort neben Wien, Klagenfurt, Salzburg, Innsbruck, Basel, Bern und Genf ist Martigny - Heimstätte des FC Sion - im Gespräch. |