Dem Coach bieten sich Alternativen in allen Mannschaftsteilen. Für den Sturm-Platz neben Miroslav Klose brachte sich Stuttgarts Mario Gomez am Wochenende mit seinem Tore-Doppelpack im direkten Duell mit seinen Leverkusener Konkurrenten Patrick Helmes und Stefan Kießling nachdrücklich in Erinnerung. «Mario hatte einen kleinen Durchhänger. Jetzt ist ein neues Jahr und wir hoffen, dass er zu alter Stärke findet», sagte Löw-Assistent Hansi Flick. Torwart René Adler dürfte sich über den Gomez-Aufschwung wenig gefreut haben. Der Leverkusener Schlussmann zeigte beim 2:4 bisher ungewohnte Schwächen («Das war ein gebrauchter Tag») und wirkt in Abwesenheit des noch nicht wieder berücksichtigten Robert Enke nicht mehr als automatische Nummer 1. Gut möglich, dass Löw wie schon im letzten Spiel 2008 gegen England (1:2) wieder auf ein Torwart-Splitting mit dem Bremer Tim Wiese setzt. In der Defensive steht der 21-jährige Beck vor seinem Debüt im DFB-Dress. Besonders nach der Absage von Arne Friedrich, der sich mit Rückenproblemen plagt, ist der Blondschopf für die rechte Abwehrseite die ernsthafte Alternative. «Er hat eine gute Entwicklung in Hoffenheim gemacht, daher wollen wir ihn in der Nationalmannschaft auf der rechten Seite testen», sagte Löw über den Aufsteiger. Neben Beck bewirbt sich Mesut Özil intensiv darum, der 23. Länderspiel-Neuling unter Löw zu werden. Und ein Einsatz des Bremers mit türkischen Wurzeln scheint auch aus «politischen Gründen» wahrscheinlich. Denn Özils Mitwirken in Düsseldorf würde den 20-Jährigen definitiv an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) binden. Löw wird Özil trotz des designierten Debüts im A-Team auf jeden Fall für die Junioren-EM abstellen. «Dieses Turnier genießt bei uns eine höhere Priorität als die Asienreise der Nationalmannschaft im Sommer. Özil wird auf jeden Fall die U-21-EM spielen», sagte Löw. Ob Routinier Frings gegen Norwegen sofort wieder zum Einsatz kommt, ist eine der spannendsten Fragen. Während Kapitän Ballack trotz der Kritik an Löw nach der EM in Düsseldorf für seinen 90. Länderspiel-Einsatz in die Startelf zurückkehren wird, ist die Rolle des öffentlich handzahm gewordenen Rebellen Frings noch ungeklärt. «Er ist körperlich wieder in einer viel besseren Verfassung», sagte Löw über seinen Kritiker. Nur um des lieben Team-Friedens Willen wird Löw den 79-maligen Nationalspieler nicht in die erste Elf stellen. Dafür bieten sich dem Bundestrainer weiterhin zu viele Alternativen.
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