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Schock zum Wiesn-Auftakt - Hoffenheim auf Rang 2

Düsseldorf (dpa) - 21.09.2008, 19:22 Uhr

Beck (l) jubelt mit dem Torschützen Salihovic über dessen Treffer zum 2:0.
Beck (l) jubelt mit dem Torschützen Salihovic über dessen Treffer zum 2:0.

Titelverteidiger FC Bayern München steht nach dem 2:5-Debakel gegen Werder Bremen unter Schock, in Feierlaune war zum Wiesn-Auftakt nur die Konkurrenz. So profitierte der weiterhin ungeschlagene FC Schalke 04 von der 0:3-Schlappe des bisherigen Spitzenreiters Hamburger SV in Wolfsburg und übernahm mit einem glanzlosen 1:0-Pflichtsieg gegen Eintracht Frankfurt die

Tabellenführung der Fußball-Bundesliga. Jürgen Klinsmann hingegen war die Oktoberfest-Stimmung komplett verdorben. «Wir haben eine herbe Klatsche bekommen. Der Gegner war besser und hat uns eine Lektion gegeben», gestand der Bayern-Coach.

Fassungslos musste Klinsmann mit ansehen, wie seine Elf auf eigenem Platz vom Nord-Rivalen auseinandergenommen wurde. Nach Toren von Markus Rosenberg (30./67.), Naldo (45.), dem überragenden Mesut Özil (54.) sowie Rückkehrer Claudio Pizarro (59.) drohte dem Rekordmeister gar ein historisches Debakel, das der eingewechselte Tim Borowski mit seinem «Doppelpack» (71./85.) gerade noch verhinderte. Doch mehr Gegentreffer hatte es daheim für die Bayern zuletzt vor 32 Jahren beim 0:7 gegen Schalke gegeben.

Seinerzeit war Franz Beckenbauer noch aktiv, der seiner Nachfolge- Generation riet, nun keine großen Spielanalysen anzustellen und stattdessen den Kummer im Alkohol zu ertränken: «Man braucht sich gar nicht zu ärgern und auch gar nicht zu analysieren, weil da so viel falsch gelaufen ist, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Es war ein schwarzer Tag. Am besten wäre es, sich auf der Wiesn jetzt ein paar Maß Bier zu gönnen», empfahl der «Premiere»-Experte. Bereits im DFB-Pokalspiel am Mittwoch gegen den 1. FC Nürnberg können die Münchner ihr Selbstwertgefühl wieder aufpolieren. «Wir werden aufstehen und vielleicht noch stärker sein als vorher», kündigte Klinsmann an, der den «kaiserlichen» Rat aber nicht befolgte.

Ähnlich wie die Bayern werden auch die Hamburger den 5. Spieltag in schlechter Erinnerung behalten. Beim 0:3 in Wolfsburg kassierte das Team von Trainer Martin Jol die erste Saisonschlappe und trat dabei nicht wie ein Meisterschaftsaspirant auf. Die Gunst der Stunde nutzte Aufsteiger Hoffenheim, der mit einem 4:1-Kantersieg über Borussia Dortmund an Hamburg vorbeizog und sich auf Platz zwei verbesserte. Ein ähnlicher Sprung nach vorn gelang dem VfB Stuttgart, der im dritten Sonntag-Spiel das Derby gegen den Karlsruher SC mit 3:1 gewann.


Beim FC Schalke genoss man den Augenblick. «Die Tabelle ist eine schöne Momentaufnahme, aber nach fünf Spieltagen ist sie noch nicht aussagekräftig», sagte Schalke-Manager Andreas Müller nach dem glanzlosen 1:0 (Patrick Ochs/41./Eigentor) gegen die noch immer sieglosen Frankfurter, die zudem den Brasilianer Chris (Rote Karte/34.) verloren. Allein die Pfiffe der eigenen Fans gegen den erneut indisponierten, wenngleich fleißigen Stürmer Kevin Kuranyi trübten die Stimmung.

Wesentlich mehr Freude an seinem Mittelstürmer als Schalke hat zurzeit Leverkusen. Beim 4:0 gegen Hannover war Nationalangreifer Patrick Helmes mit drei Toren der Mann des Freitagabends. «Wir werden noch viel Freude an ihm haben», sagte Rudi Völler, der 24 Stunden zuvor den Kontrakt mit dem gegenwärtig besten Torjäger der Liga (6 Treffer) bis 2013 verlängert hatte. Lob kam sogar von Beckenbauer: «Er hat alles: Schnelligkeit, Spielverständnis, gutes Kopfballspiel.»

Weil Arminia Bielefeld gegen Aufsteiger 1. FC Köln 2:0 gewann, ist neben der Eintracht, die immerhin noch ein Nachholspiel hat, nur noch Energie Cottbus ohne Saisonsieg. Gegen den VfL Bochum reichte es auch nur zum 1:1, obwohl die Lausitzer zumindest die Torflaute nach 468 Minuten beendeten. Noch bleibt die Energie-Führungsriege aber ruhig. «Es ist nicht im Ansatz irgendetwas zu erkennen, das auf Missstände hindeutet», betonte Manager Steffen Heidrich.

Keine Panik - das ist auch die erste Bürgerpflicht in Mönchengladbach. Nur ein Sieg, mit zwölf Gegentoren die «Schießbude» der Liga - die Rückkehr ins Oberhaus hatte sich die Borussia wahrlich anders vorgestellt. «Wir lassen uns von außen keine Unruhe reinreden», betonte Alexander Voigt nach dem 0:1 gegen Hertha BSC. Auch Nationalspieler Marko Marin macht sich noch keine großen Sorgen. «Natürlich läuft es in den ersten Spielen nicht gut für uns. Wir müssen jetzt einfach unsere Punkte holen.»

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