Wirkungslos blieb in Salzburg vor 30 500 Zuschauern auch der Frankfurter Legionär Ioannis Amanatidis. Keine gute Figur machte der Angreifer zudem beim Gegentreffer: Während Torwart-Routinier Antonios Nikopolidis viel zu unentschlossen aus seinem Tor eilte, griff auch Amanatidis nicht ernsthaft ein. Die Folge: Sergej Semak legte mit einem schönen Rückzieher den Ball Torschütze Syrjanow auf. In der zweiten Hälfte erarbeiteten sich die Rehhagel-Schützlinge zwar ein paar Chancen, vergaben diese gegen immer wieder gefährliche Russen aber recht kläglich. Besser spät als gar nicht - nach diesem Motto erzielte Spanien den entscheidenden Treffer beim 2:1 über Schweden. Vier Tage nach der 4:1-Demonstration gegen Russland mit drei Toren von David Villa war der Goalgetter erneut zur Stelle, allerdings erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Vor 30 772 Zuschauern im ausverkauften Stadion Tivoli hatte Fernando Torres früh das 1:0 (15. Minute) für die Spanier markiert, Schwedens Goalgetter Zlatan Ibrahimovic in der 34. Minute ausgeglichen. Die seit nunmehr 18 spielen ungeschlagenen Iberer starteten mit derselben Elf in die Partie, die Russland vorgeführt hatte. Von Villa war bis zu seinem Treffer nichts zu sehen. Insgesamt agierten die Südeuropäer selbstbewusst und souverän, jedoch keineswegs überheblich. Zu groß die Gefahr, die jederzeit von den Skandinaviern ausging. Wie aus Schweden-Sicht befürchtet, blieb Ibrahimovic, der auch beim 2:0-Erfolg über Griechenland getroffen, aber nicht durchgespielt hatte, nach der Pause auf der Bank. «Es ist klar, dass wir mit der Auswechslung von Ibrahimovic enorm an Durchschlagskraft verloren haben», meinte Lagerbäck. Für den Schweden-Star kam Bremens Markus Rosenberg. Spaniens Coach Luis Aragonés versuchte, das Offensivspiel seiner Elf zu beleben, brachte Cesc Fabregas für Xavi Hernandez. Nach einer guten Stunde schien es sich bezahlt zu machen. Wenn nicht Schweden-Keeper Andreas Isaksson zuerst gegen Silva und dann gegen Villa pariert und Torschütze Torres nicht aus bester Position daneben geschossen hätte. Für die wieder aufbegehrenden Spanier in einer von Taktik geprägten zweiten Hälfte scheiterte auch Marcos Senna (68.) am «Drei-Kronen-Keeper». Die Schweden kamen nur zu einer Chance: Henrik Larsson verpasste elf Minuten vor Ende aber den Ball. Villa machte es besser und die Fiesta perfekt. Die Spanier haben damit sechs Punkte aus zwei Spielen, Tabellenzweiter ist vor dem Gruppenfinale Schweden mit drei Zählern vor den punktgleichen Russen. Griechenland ist Letzter mit null Punkten und 0:3 Toren.
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