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Niederlande weiter - Italien und Frankreich zittern

Bern (dpa) - 13.06.2008, 22:50 Uhr

Der Niederländer Robin van Persie (m) trifft zum 2:0 gegen Frankreich.
Der Niederländer Robin van Persie (m) trifft zum 2:0 gegen Frankreich.

Die Niederlande stehen vorzeitig im EM-Viertelfinale, Weltmeister Italien und der ehemalige Welt- und Kontinentalchampion Frankreich vor dem Aus.

Während das «Oranje-Team» von Trainer Marco van Basten durch einen 4:1 (1:0)-Sieg über die Équipe tricolore einen Spieltag vor Schluss in der «Hammergruppe» C in die K.o.-Runde einzog, kam Italien gegen Favoritenschreck Rumänien nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Sollten die Osteuropäer (2 Punkte) nun in ihrem letzten Gruppenspiel die Niederlande bezwingen, würden auch sie in die Runde der besten Acht einziehen. Der vermeintliche Showdown mit der Neuauflage des WM- Endspiels zwischen Frankreich (1) und Italien (1) wäre dann bedeutungslos.

Vier Tage nach der Demontage Italiens nahmen sich die Niederländer den nächsten Top-Favoriten vor. Neun Minuten dauerte es, bis die Van- Basten-Schützlinge jubeln durften. Dirk Kuyt nutzte eine Eckball-Vorlage des HSV-Stars Rafael van der Vaart zum 1:0. Allerdings ergaben sich die Franzosen keineswegs ihrem Schicksal. Immer wieder tauchte das Team von Trainer Raymond Domenech vor dem Tor von Edwin van der Sar auf - ohne Erfolg. Angetrieben vom unermüdlichen Bayern-Lenker Franck Ribéry drängten die «Blauen» auf den Ausgleich. Doch auch der diesmal von Beginn an aufgebotene Torjäger Thierry Henry traf lange Zeit nicht. Stattdessen wurden die Franzosen vor 30 777 Zuschauern von den Niederländern ausgekontert und von Robin van Persie (59.) eiskalt erwischt. Dem Anschlusstreffer von Henry (71.) beantwortete Arjen Robben postwendend mit dem 3:1 (72.), bevor Wesley Sneijder in der Nachspielzeit für den Endstand sorgte.

Mit einer makellosen Bilanz von sechs Punkten und 7:1 Toren steht die «Elftal» damit in der Giganten-Gruppe C vorzeitig als Sieger fest und qualifizierte sich damit als dritte Mannschaft nach Kroatien und Portugal für das Viertelfinale.

Chancen en masse hatte auch Italien in seiner Partie gegen Rumänien im Züricher Letzigrund-Stadion. Doch am Ende einer packenden Begegnung musste sich der viermalige Weltmeister bei seinem Keeper Gianluigi Buffon bedanken, der der «Squadra Azzurra» mit einem gehaltenen Elfmeter von Adrian Mutu (81.) noch die letzte Hoffnung auf das Weiterkommen bewahrte. Der Rumäne hatte seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit in Führung gebracht (55.), eine Minute später egalisierte Christian Panucchi. Nach dem 0:3 gegen die Niederlande hatte Italiens Trainer Roberto Donadoni fünf Umstellungen vorgenommen. Trotz zahlreicher Chancen, insbesondere durch Bayerns Luca Toni, konnten die Italiener sich vor 30 585 Zuschauern gegen stets gefährliche Rumänen aber nicht durchsetzen.


Donadoni war mit der Leistung seiner Mannschaft zwar zufrieden, nicht aber mit dem Unparteiischen Tom Henning Övrebö. «Der Schiedsrichter hat heute nicht seinen besten Tag erwischt», meinte der Ex-Nationalspieler. Der Norweger hatte den regelgerechten Treffer von Bayern-Bomber Luca Toni in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nicht anerkannt und auf Abseits entschieden.

Donadoni ließ den anderen «Kampfhund» Gennaro Gattuso auf der Bank. Die Hoffnungen ruhten vor allem auf Serie-A-Torschützenkönig Alessandro del Piero, der diesmal von Beginn an zum Einsatz kam. In seinem 88. Länderspiel wäredem Kapitän beinahe der Führungstreffer gelungen. In der 9. Minute verpasste del Piero das rumänische Tor bei einem Kopfball aus kürzester Distanz jedoch um ein paar Zentimeter.

Auf jeden Fall leitete der Juventus-Star eine Drangphase ein. Immer wieder im Mittelpunkt: Luca Toni. Doch dem 1,96 Meter großen Torjäger vom deutschen Rekordmeister fehlten jedes Mal (13./17./27./40.) ein paar Zentimeter. Oder Rumänen-Torwart Bogdan Lobont brachte den Wahl-Bayern zur Verzweiflung. Die Hoffnung aufs Weiterkommen gab Toni aber nicht auf: «Grande Italia - ich glaube ans Viertelfinale.»

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