Traumstart für Spanien - Titelverteidiger verliert
Innsbruck (dpa) - 10.06.2008, 22:41 Uhr
David Villa erzielt für Spanien in 90 Minuten gleich drei Tore.
Mit dem siebten Dreierpack in der Geschichte der Fußball-Europameisterschaft hat David Spanien den erhofften Traumstart beschert. Die Iberer siegten 4:1 (2:0) gegen Russland. Titelverteidiger Griechenland dagegen verlor in Salzburg mit 0:2 (0:0) gegen Schweden. Unter den Augen des spanischen Prinzenpaares Letizia und Felipe wurde das Team von Trainer Luis Aragonés im Nieselregen von Innsbruck seiner Favoritenrolle vollauf gerecht. Der Torjäger des FC Valencia feierte seine drei Treffer aber so überschwänglich, dass er sich zwei Finger anknackste und bandagiert zur Pressekonferenz erschien. «Das ist beim Jubeln passiert», sagte der 26-Jährige schmunzelnd. «Das 4:1 gibt die Sicherheit, die man braucht. Der Sieg ist gut für die Moral», sagte Aragonés. Mit einer spielerisch starken Leistung und Toren durch Villa (20./44./75.) sowie Cesc Fabregas (90.+1) bauten die Spanier ihre beeindruckende Serie auf nunmehr 17 Spiele ohne Niederlage aus. Kurz vor Schluss gelang Roman Pawljutschenko (86.) der Ehrentreffer in dem bislang torreichsten EM-Spiel für die nie verzagenden Russen. «Ich bin natürlich enttäuscht. Unser junges Team hat die Fehler selbst gemacht. Wir haben eine Lehrstunde im Konterfußball erhalten», klagte Russlands Trainer Hiddink.
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«Ich freue mich mehr über die drei Punkte als über die drei Tore. Aber dieser Erfolg bedeutet schon die halbe Miete», sagte Villa. Der Topstürmer aus Valencia ist erst der siebte Dreifach-Torschütze bei einem EM-Turnier. Mit Dieter Müller (1976) und Klaus Allofs (1980) kommen zwei weitere der EM-Kanoniere aus Deutschland. Die blitzsauber herausgespielten Treffer durch Villa nach Vorarbeiten von England-Legionär Fernando Torres, Barcelonas Andrés Iniesta und dem späteren Torschützen Fabregas von Arsenal London trafen die Russen mitten ins Herz. Die jüngste Fußball-Mannschaft der Euro 2008 und ihr erfahrener niederländischer Trainer Guus Hiddink stehen nun in den Spielen gegen Griechenland und Schweden unter Druck. Griechenland ist beim erneuten Ansturm auf Europas Fußball-Gipfel schon am ersten Anstieg gestrauchelt. Die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel unterlag gegen den vermeintlich leichtesten Vorrundengegner Schweden und steht gegen Russland und Gruppenfavorit Spanien bereits unter Zugzwang. Zlatan Ibrahimovic mit seinem ersten Länderspieltor seit fast drei Jahren ebnete in der 67. Minute den Weg zum Sieg, Petter Hansson erhöhte auf 2:0 (71.). Bis dahin mussten die 31 063 Zuschauer im ausverkauften Stadion fast ohne Torraumszenen auskommen. Am über eine Stunde trostlosen Kick hatten weniger die pfeifenden Zuschauer, dafür die Statistiker ihre Freude: Schweden schaffte gegen Griechenland den ersten Sieg seit 88 Jahren. Hellas-Torwart Antonios Nikopolidis wurde nach 425 Minuten bei Europameisterschafts-Spielen erstmals wieder bezwungen. Der Titelverteidiger, der mit 31 Punkten die erfolgreichste Qualifikation absolviert hatte, blieb jeden Nachweis spielerischer Offensiv-Klasse schuldig und wurde für seine Mauer-Taktik bestraft.
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