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Traumstart für Spanien dank Dreierpack von Villa

Innsbruck (dpa) - 10.06.2008, 21:23 Uhr

Torschütze David Villa (l) und Teamkamerad Fernando Torres jubeln über das 1:0 für Spanien.
Torschütze David Villa (l) und Teamkamerad Fernando Torres jubeln über das 1:0 für Spanien.

Mit dem ersten Dreierpack der EM hat David Villa Spanien den erhofften Traumstart beschert. Durch das 4:1 (2:0) gegen starke Russen machte die «Selección» im Auftaktspiel der Gruppe D den ersten großen Schritt zum ersehnten ersten EM-Triumph seit 44 Jahren.

Unter den Augen des spanischen Prinzenpaares Letizia und Felipe wurde das Team von Trainer Luis Aragonés im Nieselregen von Innsbruck seiner Favoritenrolle vollauf gerecht. Der Torjäger des FC Valencia feierte seine drei Treffer aber so überschwänglich, dass er sich zwei Finger anknackste und bandagiert zur Pressekonferenz erschien. «Das ist beim Jubeln passiert», sagte der 26-Jährige schmunzelnd.

«Das 4:1 gibt die Sicherheit, die man braucht. Der Sieg ist gut für die Moral», sagte Aragonés. Mit einer spielerisch starken Leistung und Toren durch Villa (20./44./75.) sowie Cesc Fabregas (90.+1) bauten die Spanier ihre beeindruckende Serie auf nunmehr 17 Spiele ohne Niederlage aus. Kurz vor Schluss gelang Roman Pawljutschenko (86.) der Ehrentreffer in dem bislang torreichsten EM-Spiel für die nie verzagenden Russen. «Ich bin natürlich enttäuscht. Unser junges Team hat die Fehler selbst gemacht. Wir haben eine Lehrstunde im Konterfußball erhalten», klagte Russlands Trainer Hiddink.

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«Ich freue mich mehr über die drei Punkte als über die drei Tore. Aber dieser Erfolg bedeutet schon die halbe Miete», sagte Villa. Der Topstürmer aus Valencia ist erst der siebte Dreifach-Torschütze bei einem EM-Turnier. Mit Dieter Müller (1976) und Klaus Allofs (1980) kommen zwei weitere der EM-Kanoniere aus Deutschland. Die blitzsauber herausgespielten Treffer durch Villa nach Vorarbeiten von England-Legionär Fernando Torres, Barcelonas Andrés Iniesta und dem späteren Torschützen Fabregas von Arsenal London trafen die Russen mitten ins Herz. Die jüngste Fußball-Mannschaft der Euro 2008 und ihr erfahrener niederländischer Trainer Guus Hiddink stehen nun in den Spielen gegen Griechenland und Schweden unter Druck.

Kurz vor Spielbeginn hatte es über dem extra nur für die EM für 30,6 Millionen Euro erneuerten und auf 30 772 Zuschauerplätze ausgebauten Stadion Tivoli heftig geregnet. Als Schiedsrichter Konrad Plautz, der aus der Nähe von Innsbruck kommt, in der voll besetzten Arena das erste EM-Spiel in Tirol anpfiff, erkämpften und erspielten sich die Russen zunächst Vorteile. Doch drei Minuten nachdem Konstantin Syrjanow (17.) die erste große Chance vergeben hatte, schlugen die Spanier in einer unterhaltsamen Begegnung eiskalt zu.


Leichtfertig verlor Denis Kolodin von Dynamo Moskau den Ball gegen Torres, der zum 50. Mal für Spanien spielte. Der Liverpooler, einziger Legionär in der Startformation, spielte Villa mustergültig in den Lauf. Der Stürmer vom Hildebrand-Club Valencia hatte keine Probleme und bezwang Torhüter Igor Akinfejew mit einem Schuss aus zehn Metern. Wütend schlugen die ersatzgeschwächten Russen, die auf ihren Paradesturm, den verletzten Pawel Pogrebnyak und den gesperrten Andrej Arschawin vom UEFA-Cup-Gewinner Zenit St. Petersburg verzichten mussten, zurück. Erneut setzte sich Syrjanow in Szene, aber er traf nur den Pfosten. Auch die nächsten Chancen vergab das Hiddink-Team.

Und so kam es wie es kommen musste: Mit einem weiteren Konter wie aus dem Fußball-Lehrbuch nach Eckball der Russen spielte Iniestea auf Villa. Der 26 Jahre alte Topstürmer tunnelte den bedauernswerten russischen Keeper und schlug auch nach der Pause noch einmal zu. Mit seinem 17. Treffer im 32. Länderspiel übernahm Villa auch die Spitze der EM-Torjägerliste vor Lukas Podolski, der bisher als Einziger zweimal getroffen hat.

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