Podolski in nichts nach stand auf der rechten Seite Clemens Fritz, der im Zusammenwirken mit Philipp Lahm für viel Druck über diesen Flügel sorgte. Nicht so eine prägende Persönlichkeit des Spiels wie zuletzt war Ballack. Der Kapitän war zum EM-Start eher Teamspieler als glänzender Regisseur. Seine beste Szene hatte Ballack in der 70. Minute, als er nach Vorarbeit von Lahm am toll reagierenden Torhüter Artur Boruc scheiterte. Als Stabilisator in der Rückwärtsbewegung erwies sich mit seiner Übersicht Torsten Frings. In vorderster Linie empfahl sich Mario Gomez mit seiner Zweikampfstärke für einen EM- Stammplatz. Auch Miroslav Klose wusste am Vorabend seines 30. Geburtstages zu gefallen. Die zuletzt heftig kritisierte Innenverteidigung ließ diesmal nichts anbrennen. Das lag auch an Christoph Metzelder, der zum Turnierstart deutlich verbessert auftrat. Ein echter Prüfstein für die Abwehr waren die Polen mit ihrem Ein-Mann-Sturm Ebi Smolarek allerdings nicht. Für Gefahr vor dem deutschen Tor sorgten sie meist über die rechte Seite, wo Jansen gegen Wojciech Lobodzinski einen schweren Stand hatte. Jens Lehmann leistete sich anfangs zwei Patzer. Doch nachdem er in der 28. Minute einen Schuss von Lobodzinski pariert hatte, strahlte der künftige Keeper des VfB Stuttgart wie gewohnt Sicherheit aus. Bei trockenem Wetter und angenehmen Temperaturen begann die Partie für die deutsche Mannschaft mit einem Schreckmoment. Nach gerade einmal 36 Sekunden behinderten sich Lehmann und Per Mertesacker bei der Abwehr einer Flanke von Maciej Zurawski gegenseitig, doch der Wolfsburger Jacek Krzynowek wusste mit der unverhofften Gelegenheit nichts anzufangen. Davon unbeeindruckt übernahm das DFB-Team sofort entschlossen das Kommando. Das frühe 1:0 verpasste Gomez, der nach Zuspiel von Klose frei vor dem Tor am Ball vorbeirutschte (4.). In dieser Situation hätte der allein auf Keeper Boruc zueilende Münchner allerdings selbst den Abschluss suchen müssen. Eine Viertelstunde später machte es Klose besser. Von Sturmpartner Gomez glänzend freigespielt, passte er in die Mitte zum mitgelaufenen Podolski, der aus wenigen Metern zum 1:0 gegen sein Geburtsland vollstreckte. Nach Wiederbeginn war die Entschlossenheit im deutschen Team allerdings wie weggeblasen. Die Polen erhöhten den Druck und verunsicherten ihren Gegner damit sichtlich. Vor allem der eingewechselte Roger Guerreiro sorgte auf der rechten Seite für viel Wirbel. Löw reagierte auf die veränderten Kräfteverhältnisse und ersetzte den ausgepumpten Fritz durch Schweinsteiger. Doch die deutsche Elf leistete sich weiter viel zu viele Ballverluste. Erst Podolskis Direktabnahme nach Schweinsteigers Balleroberung und Kloses Querschläger befreite den dreimaligen Europameister von allen Sorgen.
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