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Fehlstart für die Schweiz - Portugal siegt 2:0

Basel/Genf (dpa) - 07.06.2008, 22:59 Uhr

Tschechiens Torschütze Vaclav Sverkos (l) mit Marek Jankulovsji.
Tschechiens Torschütze Vaclav Sverkos (l) mit Marek Jankulovsji.

Die Schweizer Nationalmannschaft hat bei der Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land einen Fehlstart hingelegt. Die Eidgenossen unterlagen im ersten Spiel in Basel gegen Tschechien mit 0:1 (0:0).

In der zweiten Partie besiegte Portugal die Türkei in Genf mit 2:0 (0:0). Damit übernahm der EM-Finalist von 2004 die Tabellenführung in der Gruppe A vor den Tschechen.

Eine schwere Knieverletzung von Alexander Frei und ein tschechisches Tor aus dem Nichts haben Gastgeber Schweiz zum Auftakt der Fußball-Europameisterschaft die Partylaune verdorben. Vor 40 000 Zuschauern im St. Jakob-Park erzielte der frühere Mönchengladbacher Vaclav Sverkos (70.) das Siegtor für die Tschechen, die mit ihrer Leistung jedoch keine Empfehlung für das Viertelfinale abgaben.

Die Schweizer waren in der ersten Partie der Gruppe A das spielbestimmende Team und kämpften mit großer Moral, zeigten aber im Abschluss eklatante Schwächen. In der 80. Minute vergab Johan Vonlanthen mit einem Schuss an die Latte den verdienten Ausgleich. Die Auftakt-Niederlage setzt die Schweizer im Spiel gegen die Türkei noch mehr unter Erfolgsdruck.

Die Blessur von Frei war für die 42 Minuten lang von einer Welle der Euphorie getragenen Schweizer ein Schock. Nach einem Zusammenprall mit Italien-Profi Zdenek Grygera blieb der Dortmunder Torjäger mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und verließ wenig später auf zwei Betreuer gestützt weinend die Arena. Noch am Abend lautete die Diagnose Teilabriss des Innenbandes im linken Knie. Für Frei ist die EM damit vorbei.


Die Tschechen mit den Bundesliga-Absteigern Jan Koller und Tomas Galasek vom 1. FC Nürnberg in ihren Reihen hatten dem Schwung der Gastgeber außer grundsolider Abwehrarbeit wenig entgegenzusetzen. Im Spiel nach vorne fehlte das Überraschungsmoment. David Jarolim vom Hamburger SV war im Mittelfeld nicht in der Lage, die durch den Ausfall des verletzten Tomas Rosicky entstandene Lücke zu schließen.

In der Spitze konnte sich der immer wieder mit hohen Bällen gesuchte 2,02-Meter-Mann Koller gegen Philippe Senderos nicht entscheidend in Szene setzen. Nach 57 Minuten wurde die einzige Spitze der Tschechen gegen Sverkos ausgetauscht, der 13 Minuten später nach Galasek-Pass urplötzlich frei zum Torschuss kam.

Die große Show des Cristiano Ronaldo blieb in der Partie der Portugiesen gegen die Türkei vor 30 000 Zuschauern im Stade de Geneve aus. Der Superstar konnte keine entscheidenden Akzente setzen und machte nur in der 37. Minute mit einem Freistoß an den Pfosten auf sich aufmerksam. Abwehrspieler Pepe leitete mit seinem ersten Länderspieltor (61.) das 2:0 (0:0) gegen EM-Rückkehrer Türkei ein.

Der eingewechselte Raul Meireles machte in der zweiten Minute der Nachspielzeit alles klar. 29 106 Zuschauern im Stade de Genève sahen einen blassen Cristiano Ronaldo und einen umsichtigen deutschen Schiedsrichter Herbert Fandel. Der Konzertpianist aus Kyllburg bewies bei seinem ersten EM-Einsatz in der schwer zu leitenden Partie Fingerspitzengefühl.

Die Portugiesen, mit immerhin sechs Finalisten von der EURO 2004 in der Anfangsformation, wollten die übernervösen Türken mit einem Turbostart überraschen. Mit rasantem Direktspiel offenbarte das Team von Trainer Luiz Felipe Scolari immer wieder organisatorische Schwächen in der schlecht gestaffelten türkischen Viererkette, in der Bayern-Profi Hamit Altintop auf der ungeliebten Position des rechten Verteidigers beginnen musste.

In der 16. Minute sorgte Portugals Verteidiger Pepe für die erste Sehenswürdigkeit dieser Partie, als der Vereinskollege von Christoph Metzelder eine Simao-Flanke ins Tor köpfte - das deutsche Schiedsrichter-Trio erkannte den Treffer wegen Abseitsposition nicht an. Simaos Freistoß in der 28. Minute ging knapp drüber, und in der 37. Minute setzte der bis dahin enttäuschende Cristiano Ronaldo einen Freistoß-Kracher aus halblinks an den rechten Innenpfosten.

Portugals Geduldsspiel ging auch nach der Pause zunächst weiter. Nach einem Totalaussetzer von Gökhan traf Portugals Kapitän Nuno Gomes in seinem 70. Länderspiel ebenfalls nur den Innenpfosten (49.). Angetrieben vom starken Deco, wussten die «europäischen Brasilianer» mit spielerischer Phantasie und hoher Laufbereitschaft zu gefallen. Nach einem blitzsauberen Doppelpass mit Nuno Gomes gelang Pepe das 1:0 (61.). 180 Sekunden später scheiterte Nuno Gomes erneut an der Latte.

Die großangekündigte Wiedergutmachung der Türken nach dem Verpassen der EM 2004 und der WM 2006 blieb dagegen ein leeres Versprechen. In der Offensive fand der enttäuschende WM-Dritte von 2002 nicht statt. Erst in der 82. Minute hatte Emre Asik die erste und einzige Torchance. So wird das Duell gegen die Schweiz bereits zu einem Endspiel. Bei einer erneuten Niederlage ist das Turnier für die Türken bereits nach zwei Begegnungen praktisch beendet.

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