Keine EM-Form: Schweinsteiger nicht mehr gesetzt
Tenero (dpa) - 05.06.2008, 15:26 Uhr
Auf Micheal Ballack (l) und Lukas Podolski wird es gegen Polen besonders ankommen.
Bastian Schweinsteiger galt lange als Fixstarter gegen Polen, doch plötzlich droht dem Sommermärchen-Helden von 2006 im EM-Auftaktspiel der deutschen Elf ein Platz auf der Ersatzbank. Der 23-jährige Münchner, über den allenfalls als Startkandidat auf der linken oder rechten Mittelfeldseite diskutiert worden war, ist beim Bundestrainer kurz vor dem Turnierstart nicht mehr gesetzt. Schweinsteiger habe «noch nicht seine allerbeste Form erreicht», äußerte Joachim Löw in Tenero erstaunlich unverblümt zur aktuellen Verfassung des 51-maligen Nationalspielers. Es klang nicht wie ein Ablenkungsmanöver, als der Bundestrainer nach den Lobliedern, die er kurz zuvor auf andere bewährte WM-Kräfte wie Michael Ballack, Torsten Frings oder Miroslav Klose angestimmt hatte, die Mängel bei dem von ihm grundsätzlich hoch geschätzten Schweinsteiger auflistete. «Gute Ansätze» bescheinigte er dem Münchner, der auch «sehr engagiert» im Training sei und sogar nach Zusatzschichten verlange. Doch die Stunde von Schweinsteiger, der seit der WM 2006 im Mittelfeld neben den Routiniers Ballack, Frings und Bernd Schneider die vierte gesetzte Kraft war, soll in Österreich und der Schweiz wohl erst im weiteren Verlauf der Endrunde schlagen. «Wir wissen, wie wichtig Bastian für uns noch wird im Turnier», bemerkte Löw: «Er wird seine Form noch erreichen.»
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Nur Torhüter Jens Lehmann und Abwehrspieler Philipp Lahm haben in der zweijährigen Amtszeit von Löw mehr Länderspiel-Minuten absolviert als Schweinsteiger, dessen Entwicklung trotzdem seit der WM 2006 beim FC Bayern und im Nationalteam stagniert. Und auch in den Testspielen gegen Weißrussland (2:2) sowie Serbien (2:1) brachte der Münchner kaum etwas Produktives zustande - weder links noch rechts. Schweinsteiger raus - und wer rein? Links scheint die Variante, Lukas Podolski auf Schweinsteigers etatmäßiger Position zu bringen, in Löws Überlegungen immer heißer zu werden. «Lukas ist grundsätzlich ein Stürmer, aber er hat gezeigt, dass er auch links Akzente setzen kann», betonte Löw. Rechts spricht vieles für Clemens Fritz, allerdings zählte Außenverteidiger Lahm auch seinen künftigen Münchner Vereinskollegen Tim Borowski und David Odonkor als weitere Alternativen auf. Den Namen Schweinsteiger nannte Lahm nicht, ein grundsätzliches Lob auf den Bayern-Kollegen stimmte er trotzdem an: «Bastian ist ein genialer Fußballer. Wir leben von seinen Ideen. Und bei Turnieren hat er immer seine Leistung gebracht.» |