Den ersten Titel kann er ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Club gewinnen, für den er - wie für München - sieben Jahre erfolgreiche Arbeit leistete. Das prickelnde Duell geht dem eher kühlen Analytiker nahe: «Schwarzgelb ist ein Teil meines Lebens, jetzt ist es der FC Bayern rotweiß. Ein schöneres Finale kann es für mich nicht geben.» Darüber hinaus winkt im Falle eines Sieges der Eintrag in die Rekordbücher: Hitzfeld würde die Rekordliste der erfolgreichsten Bundesliga-Trainer mit 16 Titeln vor Udo Lattek (15) anführen. Kaum vorstellbar, dass Hitzfeld diese Ehre verwehrt bleibt. Denn der gute Lauf seines Teams hat vor dem Finale für reichlich Rückenwind gesorgt. Zudem sieht es Hitzfeld als Vorteil, dass Superstars wie Franck Ribéry, Luca Toni und Miroslav Klose mit ihren bisherigen Vereinen kaum Trophäen gewonnen haben: «Die Spieler wollen ihre Karriere mit Titeln schmücken.» Und selbst der in seiner bisherigen Laufbahn überaus erfolgreiche Oliver Kahn ist hungrig auf Erfolg. Wie Hitzfeld steuert der Torhüter eine Bestmarke an. Nie zuvor gewann ein Fußball-Profi sechsmal den DFB-Pokal. Damit aus dem geplanten Freudenfest keine Enttäuschung wird, nahm Kahn seine Mitstreiter in altbekannter Manier in die Pflicht: «Mir ist es im Training fast zu locker und zu lustig. Das sind für mich Alarmzeichen. Das ist ein Finale. Da spielt alles, was vorher war, keine Rolle - ob wir gegen Dortmund 5:0 gewonnen oder die einen schlechten Lauf haben.» Dagegen geht es beim Endspielgegner im Training derzeit alles andere als lustig zu. Findet die Borussia keinen Ausweg aus der Krise, droht ein Fiasko in Berlin. Nur der Blick zurück sorgt für neuen Mut. Trotzig erinnerte Sportmanager Michael Zorc an die historischen Final-Erfolge der Borussia 1966 im Europapokal gegen Liverpool, 1989 im Pokal gegen Bremen oder 1997 in der Champions League gegen Turin. «Der BVB war in fast jedem Endspiel, das er gewonnen hat, nur Außenseiter.»
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