Liga gelobt «mehr Verständnis» für Schiedsrichter
München (dpa) - 31.03.2008, 15:52 Uhr
Rudi Völler, Herbert Fandel und Uli Höneß (v.l.) bei der Premiere in München.
Nach einem ersten Annäherungsversuch bei der Premiere des Runden Tisches zu Schiedsrichter-Fragen, wollen emotionale Bundesliga-Vertreter wie Uli Hoeneß oder Felix Magath fairer mit den Schiedsrichtern umgehen. Hochrangige Vertreter der Liga und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vereinbarten in München regelmäßige Treffen zwei Mal pro Jahr. Schon bei der nächsten Zusammenkunft im Herbst soll ein «Maßnahmenpaket» geschnürt werden, wie DFB-Vizepräsident Rainer Koch ankündigte. Als Sofortmaßnahme wurde eine Zusammenkunft zwischen dem Schiedsrichter und Vertretern der jeweiligen Vereine kurz vor dem Anpfiff der Bundesligaspiele angeregt. «Es war ein guter Anfang», sagte Magath nach der zweistündigen Zusammenkunft, bei der von den elf Teilnehmern «Tacheles» geredet worden sei, wie FIFA-Referee Herbert Fandel berichtete. Den gemeinsamen Nenner der Runde von Hoeneß, der keinen Kommentar abgeben wollte, bis hin zu Rudi Völler benannte Werder Bremens Manager Klaus Allofs: «Man muss einfach mehr Verständnis füreinander haben.» Fandel monierte einen mangelhaften Respekt gegenüber den Männern in Schwarz: «Wir Schiedsrichter beklagen die Art und Weise des Umgangs.» Seine Gilde sei «offen» für Kritik: «Wir brauchen den Input aus der Liga.»
Einmütigkeit herrschte darüber, dass Fehlentscheidungen zum Fußball dazugehörten und damit auch unterschiedliche Urteile. «Man kann das Regelwerk nicht wie eine Straßenverkehrsordnung betrachten», sagte Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt. Leverkusens Sportdirektor Völler verwies auf Regel- Probleme wie dem passiven und aktiven Abseits: «Es herrscht große Unsicherheit, hier gibt es nicht die absolut klare Linie.» Über Hilfsmittel wie Videobeweis oder Torkamera wurde dieses Mal nur am Rande diskutiert - für Allheilmittel hält sie aber keiner. Bei der gemeinsamen Betrachtung von Videoszenen umstrittener Entscheidungen wie den vier Feldverweisen beim Spiel Wolfsburg gegen Hamburger SV oder Abseitstoren habe sich gezeigt, dass man sich auch nach Betrachtung der TV-Bilder weiterhin uneinig gewesen sei, erzählte Bruchhagen, der glaubt: «Wenn beim Videobeweis drei da oben auf der Tribüne mit ihrem dicken Hintern auf einem Stuhl sitzen und entscheiden, dann wird auf die noch mehr eingeschlagen.» Das Problem würde damit nur auf die Oberschiedsrichter verlagert. |