Verärgerung über Kartellamts-Besuch von Rummenigge
Bonn/München (dpa) - 25.02.2008, 17:11 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge hat mit einem Besuch des Kartellamtes für Verärgerung gesorgt.
Karl-Heinz Rummenigge hat mit seinem Vorstoß für eine veränderte Verteilung des TV-Geldes und mit seinem eigenmächtigen Besuch beim Bundeskartellamt für Verärgerung bei Teilen der Fußball-Bundesliga gesorgt. Der Vorstandsvorsitzende des Bayern München war am 22. Februar gemeinsam mit Vereinsjustiziar Michael Gerlinger bei der Behörde zu einem informellen Treffen. Am 25. Februar hat es zudem ein Treffen mit Peter Peters von Schalke 04 gegeben. «Es ist unverantwortlich und eine große Gefahr für den Fußball, dass München diese Diskussion ausgelöst hat», sagte Harald Strutz, Präsident des FSV Mainz, im Fachmagazin «Kicker». Der Vertreter der 2. Liga im Ligaverband fügte hinzu: «Als gewählter Vertreter der Liga kann Karl-Heinz Rummenigge nicht nur die Interessen seines Vereins sehen, sondern muss die Interessen der gesamten Liga vertreten. Oder er darf sich nicht in den Ligavorstand wählen lassen.» Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen sagte: «Die Geld-Schere klafft schon weit auseinander. Bayern soll zufrieden sein und Ruhe geben, wenn sie in einem Jahrzehnt schon siebenmal Meister werden.»
Rummenigge hatte zuletzt mehrfach eine andere Verteilung der TV-Gelder verlangt. Nach seiner Ansicht erhalten die Topclubs der Bundesliga nach dem derzeit gültigen Verteilungsschlüssel zu wenig von den Einnahmen aus der Fernsehvermarktung und können daher international nicht mithalten. Der Bayern-Boss geht davon aus, dass sein Club bei einer Einzelvermarktung rund 100 Millionen Euro verdienen könne. Peters bestätigte seinen Besuch beim Kartellamt. Der Schalke-04-Geschäftsführer, zugleich 1. Vizepräsident des Ligaverbandes, sagte: «Ich glaube, dass die Zentralvermarktung der richtige Weg ist.» Bayerns Vorstandschef Rummenigge ließ über Mediendirektor Markus Hörwick ausrichten: «Es ist richtig, das Bundeskartellamt hatte den FC Bayern München zu einem informellen Gespräch eingeladen.» Weitere Informationen gab es nicht von Seiten des FC Bayern. Nach Darstellung des Kartellamtes waren die Treffen auf Wunsch der Vereinsvertreter zustandegekommen. Peters hatte erklärt, dass er einen Brief geschrieben habe und daraufhin eingeladen worden sei. |