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Bayern-Stars quälen sich durch den UEFA-Cup

Aberdeen (dpa) - 15.02.2008, 14:49 Uhr

Die Bayern-Spieler jubeln über den Klose-Treffer.
Die Bayern-Spieler jubeln über den Klose-Treffer.

Der Titelgewinn reizt, ansonsten bleibt der Fußball-UEFA-Pokal für den FC Bayern eine Strafexpedition.

Nur 23 Minuten nach der lästigen 2:2 (1:2)-Pflichtübung beim FC Aberdeen hatte die Mannschaft inklusive der Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß das Pittodrie-Stadion fluchtartig verlassen, um ja nicht - wie jüngst beim Rückflug aus Rostock - die nächtliche Ausnahme-Landeerlaubnis in München zu verfehlen.

Beim traditionellen Bankett-Abendessen im Hotel «The Marcliffe» musste Finanz-Vorstand Karl Hopfner derweil bei den Edelfans und Sponsoren um Verständnis für die ungewöhnliche Reiseplanung werben: «Wir haben am Sonntag ein sehr schweres Spiel in Hannover», sagte Hopfner bei seiner kurzen Ansprache in Vertretung von Rummenigge.

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Mit einem Bundesliga-Erfolg bei Hannover 96 soll unbedingt der nächste Schritt zum 21. Meistertitel und zur ersehnten Rückkehr in die Champions League getan werden. Denn in der «Königsklasse» ist man Anderes vom FC Bayern gewohnt: Andere Gegner, andere Stadien, andere Plätze, andere Motivation - und auch andere Banketts. Doch der Bußgang im «Cup der Verlierer», wie Franz Beckenbauer den UEFA-Pokal einst titulierte, ist lästig und beschwerlich, aus Sicht von Hoeneß aber eine durchaus sinnvolle Lehre für die hochbezahlten Profis: «Eine kleine Strafe muss ja sein, wenn man im Jahr vorher nur Vierter in der Bundesliga wird», meinte Hoeneß: «Da muss man irgendwann mal für büßen. Das ist für unsere Mannschaft ganz gut, dass sie sich für die Zukunft merkt, dass man sich das nicht mehr antun sollte.»

Im altehrwürdigen Pittodrie-Stadion, unmittelbar gelegen neben einem Friedhof und in Sichtweise des Meeres, hätte die Bayern beinahe Schiffbruch erlitten. «Es war kein schönes Spiel, nur Zweikampf - und der Boden eine Katastrophe», stöhnte der Brasilianer Zé Roberto über die schwierigen Bedingungen. Der hochmotivierte Gegner wuchs zudem «über sich hinaus», wie Hoeneß staunend registriert hatte: «Die Schotten haben total überrascht mit ihrer Klasse, die sie haben.»


Gleich zweimal war der krasse Außenseiter durch die jeweils 18-jährigen Engländer Josh Walker (24.) und Sone Aluko (41.) in Führung gegangen, die 20 047 Zuschauer verwandelten die kleine Arena in ein Tollhaus. «Das waren vermeidbare Gegentore», kritisierte Miroslav Klose die Nachlässigkeiten in der Abwehr vor Kahn-Vertreter Michael Rensing, den Trainer Ottmar Hitzfeld von jeder Mitschuld freisprach.

Torjäger Klose (29.) und Hamit Altintop (54.), der einen Handelfmeter erst im Nachschuss verwandeln konnte, sorgten am Ende für halbwegs geordnete Verhältnisse. «2:2 auswärts ist okay», sagte Hoeneß nachsichtig. Auch Hitzfeld lobte «Kampfgeist und Moral» und rechnet felsenfest mit dem Einzug ins Achtelfinale gegen den RSC Anderlecht oder Girondins Bordeaux, Bayerns Endspielgegner von 1996: «Ich bin überzeugt, dass wir Aberdeen zuhause klar schlagen werden.»

Beim Rückspiel am 21. Februar in München soll auch Bayern-Star Franck Ribéry wieder fit sein. «Ribéry hat jetzt wieder intensiv trainiert und es ist das Ziel, dass er, wenn möglich, beim Rückspiel wieder dabei sein wird», kündigte Hitzfeld in München an. Schon in Hannover sollen Kapitän Oliver Kahn nach seinem Grippeanfall und Mark van Bommel (Knieprobleme) wieder auflaufen. «Der Kreislauf bei Oliver Kahn hat sich stabilisiert. Wenn es keinen Rückschlag gibt, dann wird er am Sonntag im Tor stehen», sagte Hitzfeld. Van Bommel habe zwar noch leichte Schmerzen, werde aber ebenso wie Daniel van Buyten (Grippe) ins Team zurückkehren.

Dagegen wird Martin Demichelis (Muskelfaserriss in der Wade) fehlen. Nationalspieler Marcell Jansen feierte in Schottland sein Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause. Fußball-Künstler Zé Roberto hatte noch eine weitere positive Erkenntnis gesammelt: «Wir haben gezeigt, dass wir auch in einem Kampfspiel bestehen können.»

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