Doppelten Grund zum Feiern hat am 1. Februar Volker Roth. Ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag begeht der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auch ein seltenes Dienstjubiläum.
Der in Chemnitz geborene frühere Basketballspieler aus Salzgitter ist seit 50 Jahren im Schiedsrichterwesen tätig. Nach Erreichen der damaligen Altersmindestgrenze von 30 Jahren gab Roth sein Bundesliga-Debüt am 6. Mai 1972 bei der Partie VfB Stuttgart - 1. FC Köln. Insgesamt leitete der Gesellschafter eines Großhandelsunternehmens für Stahl und sanitäre Anlagen in Salzgitter von 1972 bis 1986 129 Bundesligaspiele, in denen er nur zweimal die Rote Karte zeigen musste. «Dies wäre in der heutigen Zeit natürlich nicht mehr möglich», meinte der Jubilar.
«Rot» zeigte Roth bei einem seiner Karriere-Höhepunkte: Beim Eröffnungsspiel der Europameisterschaft 1984 zwischen Frankreich und Dänemark (1:0) verwies er Manuel Amoros vom EM-Gastgeber des Feldes. Seine letzte Partie auf internationaler Ebene war das WM-Achtelfinale 1986 in Mexiko zwischen Brasilien und Polen (4:0). National war für Roth nach dem Junioren-Endspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Nürnberg (2:0) im selben Jahr Schluss. Dass er seine aktive Laufbahn mit 44 Jahren beendete, war für ihn nur konsequent. Roth: «Ich hatte alles gepfiffen und war an vielen Orten gewesen.»
1995 beerbte Roth den Kollegen Johannes Malka als Vorsitzenden des DFB-Schiedsrichterausschusses. In dieser Position wurde er auf dem DFB-Bundestag 2007 in Mainz bestätigt. Seine internationale Erfahrung brachte Roth als langjähriger Vorsitzender der Schiedsrichter- Kommission der UEFA und als Mitglied der Schiedsrichter-Kommission des Weltverbandes FIFA ein. Der DFB würdigte seine Leistungen und Verdienste 2001 mit der Goldenen Ehrennadel, die FIFA verlieh ihm 2004 einen «Special Award».