Experte: Leistungseinbußen schon bei 1700 m Höhe
Köln (dpa) - 27.06.2007, 16:50 Uhr
Boliviens Präsident Morales (m) betritt das Stadion in La Paz.
Die Ausdauerfähigkeit eines Sportlers nimmt mit steigender Höhe ab. Der Grund dafür ist der geringe Sauerstoffgehalt der Luft, der zu einer Unterversorgung der Muskulatur führt. «In der Höhe geht den Spielern viel schneller die Luft aus. Sie sind koordinativ schwächer und können sich schlechter konzentrieren», sagt der Experte für Höhentraining an der Deutschen Sporthochschule Köln, Markus de Marées, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Ein Mensch, der nicht ständig in großer Höhe lebt, könne seinen Körper nur bedingt auf die Anstrengung vorbereiten. Fußballprofis spüren nach Einschätzung des Mediziners ab einer Höhe von etwa 1700 Metern Leistungseinbußen. «Sprints sind kein Problem, aber die Ausdauerfähigkeit nimmt ab», erklärt de Marées. Die Anpassungsfähigkeit des Körpers sei allerdings individuell verschieden. «Es gibt keine Studie, die genau diesen Grenzwert feststellt. Schon ab 2500 Metern steigt das Risiko für das Auftreten der Höhenkrankheit.» Längeres Training sei in solchen Höhen nicht sinnvoll, weil nach einer Weile Muskelmasse abgebaut werde.
Die Gefahren des Leistungssports im Gebirge sind unterschiedlich. Erste Folgen der mangelnden Sauerstoffversorgung sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Schlaflosigkeit. Im schlimmsten Fall kommt es nach Angaben von de Marées zur so genannten Höhenkrankheit. Dabei leidet der Sportler unter einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Höhenlungenödem) oder dem Gehirn (Höhenhirnödem). Beides kann - wenn es nicht behandelt wird - tödlich sein. Einen hundertprozentigen Schutz vor der Höhenkrankheit gibt es dem Experten zufolge nicht. Selbst Bergsteiger, die seit mehr als 20 Jahren unterwegs sind, habe es schon erwischt. Gespräch: Helen Hoffmann, dpa
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