Nichts von Schwarzmalerei wollte Trainer Doll wissen. «Das ist ein Neuanfang. So kommen wir da unten raus», demonstrierte er Optimismus. Nach dem vierten sieglosen Spiel wird es für die Franken schwer, sich in UEFA-Cup-Gefilden zu halten. Dennoch war Verteidiger Dominik Reinhardt nicht unzufrieden: «Nach zuletzt sieben Gegentoren in drei Partien steht heute die Null. Das werte ich als Fortschritt.» Im Bundesliga-Keller wird es für Arminia Bielefeld nach dem 0:2 bei Alemannia Aachen auch mit «Power-Ernst» Middendorp finsterer. «Wir haben noch acht Endspiele. Es gibt da Raum für Verbesserungen in allen Bereichen», hofft der 48 Jahre alte Coach, den siebten Sturz des Tabellen-Vorletzten in die Zweitklassigkeit zu verhindern. «Die Chance ist nach wie vor da.» Für die Arminia-Führung ist Middendorp, Trainer Nummer drei in dieser Saison, der letzte Rettungsanker. «Jetzt können wir nichts mehr machen. Die Spieler können wir ja nicht rauswerfen», meinte Bielefelds sportlicher Geschäftsführer Reinhard Saftig ratlos. Hoffnung macht ihm nur, dass auch die Rivalen im Abstiegskampf auf der Stelle treten. Der Hamburger SV blieb mit dem 0:0 bei Hannover 96 zwar zum sechsten Mal ungeschlagen, steckt aber weiter mit nur zwei Punkten Abstand zum drittletzten Rang tief im Schlamassel. «Ja, was soll ich machen?», wetterte HSV-Coach Huub Stevens über die vielen vergebenen Chancen, «soll ich auf den Platz gehen und ein Tor schießen?» Versöhnlicher äußerte sich sein Torwart Frank Rost: «Ein Punkt ist besser als keiner. Wir müssen auch mal kleinere Brötchen backen.» Immer mehr zum Erfolgsgaranten beim VfL Wolfsburg wird Marcelinho, der beim 3:1 gegen den VfL Bochum ein Tor vorbereitete und eines selbst schoss. «Wir sind in einer Super-Phase», freute sich der Brasilianer über sieben Punkte aus drei Spielen. Das Ergebnis täuscht aber über die wahren Verhältnisse auf dem Platz hinweg. «Wir haben das Spiel dominiert, aber Wolfsburg war effektiver. Es fehlte uns die Abgeklärtheit von Marcelinho», so VfL-Coach Marcel Koller. Davon ist Marcelinhos Ex-Club Hertha BSC nach dem 0:1 gegen Energie Cottbus weit entfernt. Nach der sechsten Niederlage im siebten Pflichtspiel wackelt der Stuhl von Trainer Falko Götz. Daran ändert auch die verbale Rückendeckung von Manager Dieter Hoeneß wohl nicht viel: «Man hat doch gesehen, dass die Mannschaft intakt ist.»
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