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Schalke erfolgreich - Bayern hakt Meisterschaft ab

Düsseldorf (dpa) - 18.03.2007, 12:57 Uhr

Die Schalker Spieler freuen sich nach dem Treffer zum 1:0.
Die Schalker Spieler freuen sich nach dem Treffer zum 1:0.

Der FC Schalke 04 hat das Tor zum Gewinn der achten deutschen Fußball-Meisterschaft weit aufgestoßen.

«Wir sind wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt», freute sich 04-Teammanager Andreas Müller nach dem 1:0 gegen den VfB Stuttgart in der Spitzenbegegnung des 26. Bundesliga-Spieltages. «Das war fast ein Endspiel, auf jeden Fall ein Richtung weisendes Spiel für uns», meinte Trainer Mirko Slomka. Der Befreiungsschlag nach zuvor vier Partien ohne Sieg nahm auch dem FC Bayern München nach dessen 0:1-Pleite bei Eintracht Frankfurt alle Illusionen. «Ich glaube, dass die Entscheidung heute gefallen ist», sagte Bayer-Chefcoach Ottmar Hitzfeld bitter. «Im Titelkampf haben wir nichts mehr zu suchen.»

Das Pech des Titelverteidigers, dessen Aufholjagd durch einen wunderbaren Fallrückzieher Marke «Tor des Monats» von Christoph Preuß gestoppt wurde, verdoppelte das Glück auf Schalke. «Der Sieg fühlt sich sehr gut an. Wir reisen nun mit einem schönen Vorsprung nach München», sagte Torjäger Kevin Kuranyi vor dem Gastspiel am 31. März an der Isar. Im Gepäck ist auch dank des Treffers von Mladen Krstajic ein Neun-Punkte-Polster.

Abhaken konnten auch die Schwaben, die nun sieben Zähler vom Spitzenreiter trennen, den insgeheim gehegten Traum vom großen Coup. «Wenn der absolute Wille fehlt, kann man nicht Meister werden», klagte Stuttgarts Torwart Timo Hildebrand über die vielen vergebenen Chancen. «Die Niederlage ist ärgerlich. Das hätte noch interessant werden können», meinte auch VfB-Teammanager Horst Heldt.

Sorgen auf anderem Niveau haben Thomas Doll und Ernst Middendorp nach ihren wenig verheißungsvollen Trainer-Debüts. Der Einstand von Doll bei Borussia Dortmund ging mit der Nullnummer gegen den 1. FC Nürnberg zwar nicht total schief, stoppte die Talfahrt des bis auf Platz 15 abgerutschten Branchenriesen aber auch nicht. «Das 0:0 ist in dieser Situation zu wenig», monierte Präsident Reinhard Rauball.


Nichts von Schwarzmalerei wollte Trainer Doll wissen. «Das ist ein Neuanfang. So kommen wir da unten raus», demonstrierte er Optimismus. Nach dem vierten sieglosen Spiel wird es für die Franken schwer, sich in UEFA-Cup-Gefilden zu halten. Dennoch war Verteidiger Dominik Reinhardt nicht unzufrieden: «Nach zuletzt sieben Gegentoren in drei Partien steht heute die Null. Das werte ich als Fortschritt.»

Im Bundesliga-Keller wird es für Arminia Bielefeld nach dem 0:2 bei Alemannia Aachen auch mit «Power-Ernst» Middendorp finsterer. «Wir haben noch acht Endspiele. Es gibt da Raum für Verbesserungen in allen Bereichen», hofft der 48 Jahre alte Coach, den siebten Sturz des Tabellen-Vorletzten in die Zweitklassigkeit zu verhindern. «Die Chance ist nach wie vor da.» Für die Arminia-Führung ist Middendorp, Trainer Nummer drei in dieser Saison, der letzte Rettungsanker. «Jetzt können wir nichts mehr machen. Die Spieler können wir ja nicht rauswerfen», meinte Bielefelds sportlicher Geschäftsführer Reinhard Saftig ratlos.

Hoffnung macht ihm nur, dass auch die Rivalen im Abstiegskampf auf der Stelle treten. Der Hamburger SV blieb mit dem 0:0 bei Hannover 96 zwar zum sechsten Mal ungeschlagen, steckt aber weiter mit nur zwei Punkten Abstand zum drittletzten Rang tief im Schlamassel. «Ja, was soll ich machen?», wetterte HSV-Coach Huub Stevens über die vielen vergebenen Chancen, «soll ich auf den Platz gehen und ein Tor schießen?» Versöhnlicher äußerte sich sein Torwart Frank Rost: «Ein Punkt ist besser als keiner. Wir müssen auch mal kleinere Brötchen backen.»

Immer mehr zum Erfolgsgaranten beim VfL Wolfsburg wird Marcelinho, der beim 3:1 gegen den VfL Bochum ein Tor vorbereitete und eines selbst schoss. «Wir sind in einer Super-Phase», freute sich der Brasilianer über sieben Punkte aus drei Spielen. Das Ergebnis täuscht aber über die wahren Verhältnisse auf dem Platz hinweg. «Wir haben das Spiel dominiert, aber Wolfsburg war effektiver. Es fehlte uns die Abgeklärtheit von Marcelinho», so VfL-Coach Marcel Koller.

Davon ist Marcelinhos Ex-Club Hertha BSC nach dem 0:1 gegen Energie Cottbus weit entfernt. Nach der sechsten Niederlage im siebten Pflichtspiel wackelt der Stuhl von Trainer Falko Götz. Daran ändert auch die verbale Rückendeckung von Manager Dieter Hoeneß wohl nicht viel: «Man hat doch gesehen, dass die Mannschaft intakt ist.»

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