«Wasen-Karle» Allgöwer wird 50
Stuttgart (dpa) - 05.01.2007, 09:37 Uhr
Karl Allgöwer kam in elf Jahren auf 338 Bundesliga-Einsätze mit 129 Toren.
Es war gut für den deutschen Fußball und besonders den VfB Stuttgart, dass Karl Allgöwer vor 32 Jahren nicht auf seinen Arzt gehört hat. Sonst könnte er an seinem 50. Geburtstag am 5. Januar nicht auf eine großartige Karriere zurückblicken. Der hoch veranlagte «Wasen-Karle» mit dem strammen Schuss ist der Rekordspieler des VfB: Für die Schwaben, mit denen er 1984 deutscher Meister wurde, kam er in elf Jahren auf 338 Bundesliga-Einsätze und schoss dabei 129 Tore - so viel wie kein anderer im Trikot mit dem roten Brustring. Es tut ihm allerdings weh, dass der Verein seinen langjährigen Kapitän nach dem Karriereende 1991 nie mit in die Verantwortung eingebunden hat. «Der VfB hat bis jetzt großzügig einen Bogen um mich gemacht. Das stimmt mich traurig», sagt Allgöwer. «Doch ich bin heute noch mit dem Herzen dabei.»
Dabei hatte sein Orthopäde, als Allgöwer 18 Jahre alt war, eine angeborene Fehlstellung der rechten Hüfte festgestellt und dem Talent vom Hochleistungssport abgeraten. Doch Allgöwer schlug den Hinweis in den Wind und spielte weiter. Über den SC Geislingen und den damaligen Zweitligisten Stuttgarter Kickers landete er 1980 auf dem Cannstatter Wasen beim VfB und blieb dort bis zum Abschluss seiner Laufbahn. Als Spieler der «Roten» war er ein Universal-Genie. Er konnte ein Spiel lesen und fand als offensiver Mittelfeldspieler immer einen Weg, sich der Manndeckung des Gegners zu entziehen. Er war schnell und hatte eine ausgefeilte Schusstechnik. Doch zwei Eigenschaften zeichneten «Karl den Kantigen» besonders aus: sein Dickkopf und seine Gewaltschüsse, die ihm in der Boulevardpresse den Spitznamen «Knallgöwer» einbrachten. Zu seiner Zeit galt der Freistoß-Spezialist als härtester Schütze in der Bundesliga. |