Die Glatze sagt Adieu - Torwart Barthez hört auf
Frankfurt/Main (dpa) - 06.10.2006, 12:38 Uhr
Fabien Barthez sichert bei der WM 2006 zum letzten Mal das Nationaltor.
Frankreichs berühmteste Fußball-Glatze sagt «Adieu». Knapp drei Monate nach dem Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft in Berlin hat Nationaltorhüter Fabien Barthez das Ende seiner Karriere bekannt gegeben. «Ich beginne jetzt ein neues Leben und möchte weiterhin viel Spaß haben - aber ohne Fußball», erklärte der 35-Jährige im Pariser Fernseh-Studio des Senders TF1. In einer Kolumne der Sportzeitung «L'Équipe» schrieb Barthez: «Ich gehe ohne Bedauern und Bitternis. Dazu habe ich kein Recht, denn ich war immer ein Privilegierter». Das am 9. Juli im Elfmeterschießen gegen Italien verlorene WM- Finale war das letzte seiner 87 Länderspiele für die «Équipe tricolore». Die Meriten des charismatischen Keepers, der zu den schillerndsten Figuren auf dem Fußballfeld gehörte, sind einmalig im französischen Fußball und werden auch von den Ikonen Michel Platini und Zinédine Zidane nicht erreicht. 1998 wurde er Weltmeister, 2000 Europameister, 2003 gewann er den Confederation Cup.
Mit Olympique Marseille, für das er 180 Ligaspiele bestritt, holte er 1993 als bisher einzigem französischen Team den Europacup der Landesmeister. Mit dem AS Monaco wurde er ebenso zwei Mal Meister (1997 und 2000) wie mit Manchester United (2001 und 2003), für das «Fabulous Fab» 139 Spiele in der englischen Premier League absolvierte. Mit 17 Einsätzen bei drei Weltmeisterschaften (1998/2002/2006) ist er Frankreichs WM-Rekordspieler. Pflegeleicht war der exzentrische Torwart mit starken Reflexen auf der Linie und Schwächen beim Herauslaufen nie. So hatte der Mann, der einst zu therapeutischen Zwecken mit Delfinen schwamm, durchaus auch seine schwarzen Seiten. Im Mai 2005 wurde Barthez für sechs Monate gesperrt, weil er in einem Freundschaftsspiel gegen Casablanca den marokkanischen Schiedsrichter angespuckt hatte. Barthez' Erklärung: «Solche Dinge passieren jeden Tag auf den Straßen. Wenn du beleidigt wirst, flippst du eben aus.» |