Im Schatten von Fritz Walter: Alfred Pfaff wird 80
Frankfurt/Main (dpa) - 16.07.2006, 10:17 Uhr
Eine Aufnahme von Alfred Pfaff in Frankfurt am Main im Januar 2004.
Der Frankfurter Fußball-Weltmeister im Schatten von Fritz Walter feiert am 16. Juli seinen 80. Geburtstag. Trotz seiner nur sieben Länderspiele gilt Alfred Pfaff als einer der besten Fußballer, die Deutschland je hervor brachte. Dennoch stand Pfaff beim «Wunder von Bern» hinter Sepp Herbergers Liebling, Walter, in der zweiten Reihe. Als Helmut Rahn 1954 in Bern «aus dem Hintergrund» das WM-Siegtor zum 3:2 gegen Ungarn schoss, saß der waschechte Frankfurter auf der Tribüne. Ersatzspieler gab es damals nicht. Aber Pfaff ist und bleibt ein Fußball-Held. Beim 3:8 in der Vorrunde gegen Ungarn vertrat «Don Alfredo» den «Großen Fritz», traf zum 2:3 und zog sich ohne Murren wieder auf die Bank zurück. «Wenn der Fritz gesund war, kam ich nicht zum Einsatz», erinnert sich der Jubilar an die Zeit vor 52 Jahren. Atletico Madrid war schon 1951 so sehr von den Künsten des Fußball-Zauberers angetan und bot mehr als 200 000 Mark für zwei Jahre. Doch «Don Alfredo» lehnte den Job ab. Seine gute Laune ließ er sich auch durch das «Bankdrücken» nicht vermiesen. Pfaff war um einen guten Spruch nie verlegen. Er neigte zum «Kalauern», wie sein Konkurrent aus der Pfalz einst bemerkte. Das 3:8 im so genannten «Opferspiel» gegen Ungarn, als sieben Stammkräfte pausierten, schlug ihm weder auf den Magen, noch auf die Stimmbänder. «Ungarisches Gulasch» war einen Tag später sein Menü-Wunsch.
Der gelernte Installateur Pfaff war ein begnadeter Spielmacher. Eintracht Frankfurt war die sportliche Heimat des genialen Technikers mit dem linken Fuß. Unvergessen der erste und bis heute einzige deutsche Meistertitel der Eintracht 1959, als Pfaff beim 5:3 gegen Kickers Offenbach im Endspiel stand. Unvergessen auch die Auftritte im Europacup der Landesmeister 1960 bis zum Finale gegen Real Madrid. Eintracht unterlag den «Königlichen» 3:7, gewann aber die Fan-Herzen. Geboren im Stadtteil Rödelheim spielte Pfaff bis 1948 für den FC 02, danach bis 1962 für Eintracht. In 301 Oberligaspielen traf er 103 Mal. Seine berufliche Erfüllung fand Pfaff als Gastwirt. Schon 1954 hatte er sein eigenes Lokal. Er schaffte einen Fernseher für die WM an und da Ehefrau Edith den Ansturm fußball-hungriger Gäste nicht allein bewältigen konnte, mussten Aushilfen engagiert werden. Pfaff verklagte dafür den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf Verdienstausfall und erstritt 1000 zusätzliche Mark zur WM-Prämie von 1200 Mark. 1971 zog es ihn in einen Landgasthof nach Zittenfelden im Odenwald. Sohn Alfred junior, ein gelernter Koch, führt mittlerweile den Gasthof.
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