Bundesliga-Vertreter kritisieren DFB
Almancil (dpa) - 25.06.2004, 15:52 Uhr
Klaus Toppmöller gestikuliert im März an der Seitenlinie.
Nach dem EM-Scheitern in Portugal und dem Rücktritt von Teamchef Rudi Völler werden aus der Bundesliga immer mehr Stimmen laut, die radikale Veränderungen im Deutschen Fußball-Bund (DFB) fordern. «Nicht Völler, sondern die DFB-Führungsspitze muss sich fragen, ob sie nicht besser ausgetauscht worden wäre», wetterte der Trainer des VfL Bochum, Peter Neururer. Er könne sich «nur an den Kopf fassen, wenn man wie Mayer-Vorfelder keine zehn Minuten nach der Verkündung des Rücktritts schon drauflos plaudert, wer als Nachfolger in Frage käme», kritisierte Neururer in der Zeitung «Die Welt» in erster Linie den DFB-Präsidenten. «Beim DFB muss sich was ändern», plädierte auch der Manager des VfL Wolfsburg, Peter Pander, für Konsequenzen. Klaus Toppmöller, Trainer des Hamburger SV, wirft dem Verband vor, er habe die vorigen zwei Jahre seit dem Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft verschlafen. Toppmöller: «Da habe ich gefordert, dass es einen Umbruch geben muss. Damals hat man mich öffentlich durch den Kakao gezogen.»
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Einen Tag nach Völlers Rücktritt mischten sich in das weiterhin große Bedauern über den Schritt auch erste Zweifel am fußballerischen Sachverstand des 44-Jährigen, unter anderem von Oliver Bierhoff. Der ehemalige Kapitän der Nationalmannschaft attestierte Völler zwar einen hohen Sympathiewert und die richtige personelle Auswahl für die EM. «Dennoch muss nach den vier Jahren seiner Tätigkeit festgestellt werden, dass bei dieser Mannschaft kein richtiges System, kein klares Konzept zu erkennen ist», kritisierte er in einer «Welt»-Kolumne. Auch bei der EM habe der Teamchef permanent Formation und System verändert: «Hieran ist zu erkennen, dass Völler kein gelernter Trainier ist, keine wirkliche Erfahrung in diesem Job hat. Dies muss man ihm vorhalten.» Unterstützt wird der Schütze zum Golden Goal bei der EM 1996 von Arminia Bielefelds Trainer Uwe Rapolder. «Rudi Völler hätte an seiner Seite einfach einen Fachmann mit mehr Kompetenz und Erfahrung haben müssen. Er war sicher nicht gut beraten, in drei Spielen der EM mit drei verschiedenen Systemen zu spielen. So wächst keine Elf der Welt zusammen», erklärte er in der «Heilbronner Stimme» und übte damit harsche Kritik an Bundestrainer und Völler-Assistent Michael Skibbe. |