Die Local-Player-Regelung im deutschen Ballsport
Düsseldorf (dpa) - 05.01.2006, 14:38 Uhr
2001 laufen erstmals in der Bundesliga im Spiel Cottbus - Wolfsburg elf Ausländer auf.
Mit der Aufhebung der Ausländerbeschränkung hat nun auch der deutsche Profifußball in die Tat umgesetzt, was andere Verbände schon eingeleitet haben. Im Handball, Basketball und Volleyball gibt es keine Begrenzung für die Anzahl ausländischer Spieler. Lediglich in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) sehen die Statuten vor, dass derzeit elf Ausländer pro Club und Spiel eingesetzt werden dürfen, ein zwölfter kann zudem im Kader stehen. Um den einheimischen Nachwuchs besser zu fördern, ist geplant, ab der Saison 2008/2009 nur noch zehn Ausländer in der DEL zu erlauben. Während die Fußballer die so genannte Local-Player-Regelung einführen, um jungen deutschen Spielern Einsatzchancen in der Bundesliga zu ermöglichen, sind die Volleyballer andere Wege gegangen. Alle zwei Jahre kommen die talentiertesten Junioren in einer Mannschaft zusammen, die am Meisterschaftsbetrieb teilnehmen darf.
Eine solche Regelung oder eine Beschränkung der Ausländerplätze hätte sich auch Handball-Nationaltrainer Heiner Brand gewünscht. Zwar gilt die Handball-Bundesliga als stärkste Liga der Welt, allerdings stehen immer weniger deutsche Spieler auf dem Parkett. Lediglich der TV Großwallstadt hat nur drei Ausländer im Kader und setzt verstärkt auf deutsche Auswahlspieler. Eine radikale Änderung hat auch die Basketball-Bundesliga (BBL) zu Saisonbeginn eingeleitet. Der Verband beschloss, dass pro Verein 18 Spieler verpflichtet werden dürfen, von denen nur einer die deutsche Staatsangehörigkeit haben muss. Dadurch ging der Anteil deutscher Profis in den Clubs auf etwa 15 Prozent zurück. Einer der größten Kritiker dieser Regelung ist der deutsche NBA-Star Dirk Nowitzki: «Die BBL-Verantwortlichen behaupten immer, von unten, also aus dem Nachwuchs, kommt nichts nach. Aber mit einer derartigen Regelung kann dies auch nicht der Fall sein.»
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