DFL-Chef: Jeder Club wird am TV-Mehrerlös beteiligt
Hannover (dpa) - 04.01.2006, 13:09 Uhr
Werner Hackmann beantwortet 2005 bei einer Pressekonferenz in Frankfurt Fragen.
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Grundsätze für die Verteilung des zukünftigen TV-Honorars in einer Gesamthöhe von 420 Millionen Euro pro Saison festgelegt. Nach Angaben von DFL-Präsident Werner Hackmann darf keiner der 36 Profi-Vereine weniger Fernsehgeld als bisher bekommen. «Jeder Club wird am Mehrerlös beteiligt. Leistung, also sportlicher Erfolg in der Bundesliga, wird stärker berücksichtigt», erklärte Hackmann im Interview mit der Zeitschrift «Sportbild». Bisher verteilte der Dachverband 302 Millionen Euro pro Spielzeit an die Bundesliga (80 Prozent) und 2. Liga (20 Prozent). Die Hälfte des Bundesliga-Honorars wurde zu gleichen Teilen an alle 18 Vereine ausgeschüttet. Nach dem neuen Verteilerschlüssel fallen diese Garantiesummen weg. Die Höhe des TV-Honorars soll sich am aktuellen Tabellenstand und am sportlichen Abschneiden in der Vergangenheit orientieren. Für einen Spitzenverein wie den deutschen Meister FC Bayern München sind deshalb von der Saison 2006/07 an maximal 25 Millionen Euro statt wie bisher rund 16 Millionen Euro im Topf.
Hackmann und DFB-Präsident Theo Zwanziger traten Befürchtungen entgegen, dass mit dem neuen Verteilungs-Prinzip die Kluft zwischen großen und kleinen Vereinen größer werden würde. «Die finanzielle Differenz zwischen dem Letzten der Bundesliga und dem Ersten der zweiten Liga wird kleiner. Und der Abstieg in die Regionalliga soll abgefedert werden», sagte Hackmann. Das endgültige Verteilungsmodell will der Ligavorstand bis Ende Januar verabschieden. Zwanziger erinnerte daran, dass die Liga bisher immer Große und Kleine gleichermaßen berücksichtigt habe. «Auch Bayern München und andere Vereine wissen trotz ihrer Interessen im internationalen Wettbewerb genau, dass die gesamte Liga ohne die Kleinen und die überraschenden Siege der Kleinen über die Großen nicht den Stellenwert hätte, den sie bei Fans und Sponsoren hat», argumentierte der DFB-Präsident.
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