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EM 2012 nicht in Griechenland oder der Türkei

La Valletta/Malta (dpa) - 08.11.2005, 14:47 Uhr

Die Fußball-Fans in Istanbul werden 2012 keine EM-Spiele zu sehen bekommen.
Die Fußball-Fans in Istanbul werden 2012 keine EM-Spiele zu sehen bekommen.

Fußball-Europameister Griechenland ist mit seiner Bewerbung um die Ausrichtung der EM-Endrunde 2012 früh gescheitert.

Auf der Sitzung des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in La Valletta auf Malta überstand neben Griechenland auch die Türkei die erste Hürde im Bewerbungs-Rennen nicht. Das gab die UEFA bekannt. Bei der Vorauswahl erhielten Italien (11) sowie die gemeinsamen Bewerber Kroatien/Ungarn (9) und Polen/Ukraine (7) mehr Stimmen als die Türkei (6) und Griechenland (2).

Der endgültige Entscheid über die EM-Vergabe fällt im Dezember 2006 zwischen den drei noch im Rennen verbliebenen Kandidaten. «Dies ist ein offenes Rennen», betonte UEFA-Generalsekretär Lars-Christer Olsson am Dienstag nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses.

«Das ist für uns eine große Enttäuschung», meinte Griechenlands Verbandspräsident Wassilis Gagatsis. Nach dem sensationellen Triumph der Hellenen bei der EURO 2004 hatten er und sein deutscher Auswahl-Coach Otto Rehhagel sich auf Grund der Euphorie im Lande und nach den positiven Eindrücken von den Olympischen Spielen im Vorjahr in Athen große Hoffnungen auf eine erfolgreiche Bewerbung gemacht. Es könnte jedoch gegen die griechische Bewerbung gesprochen haben, dass die Griechen im Vorfeld der Olympischen Spiele erhebliche Schwierigkeiten hatten, alle Sportstätten rechtzeitig fertig zu stellen.

Auch in der Türkei reagierte man mit Enttäuschung auf das Votum der Exektivkomitee-Mitglieder. Dennoch werde man sich davon nicht abschrecken lassen, sagte Verbandschef Levent Bicakci in Istanbul. Nach seinen Angaben hatte die UEFA der Türkei bescheinigt, den «technisch wertvollsten Bericht» vorgelegt zu haben. «Es hat uns offensichtlich an Sympathiepunkten gefehlt», sagte Bicakci weiter.

Die Türkei werde weiterhin daran arbeiten und mit Sicherheit eines Tages eine EM-Endrunde ausrichten. «Ich sehe das als Parallele zum Projekt der Integration in die Europäische Union.» Befremdet äußerte sich Bicakci zu der erfolgreicheren gemeinsamen Bewerbung Polens und der Ukraine. «Eines ist EU-Mitglied, das andere nicht. Es gibt ein Visum-Problem, keine Stadien, keine Straßen», monierte er.


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