Pfiffe schmerzen Schalke nach Blamage gegen Donezk

Gelsenkirchen (dpa) - 26.02.2016, 07:16 Uhr
Pfiffe schmerzen Schalke nach Blamage gegen Donezk
Mit hängenden Köpfen schlichen die Schalker zu ihren Fans in der Nordkurve. Foto: Maja Hitij

Die Fans pfiffen, und die enttäuschten Profis des FC Schalke 04 trauten sich kaum vor ihre treuesten Anhänger. Das blamable Ausscheiden in der ersten K.o.-Runde der Europa League mit der 0:3-Heimpleite gegen Schachtjor Donezk hinterließ bei allen Beteiligten tiefe Spuren.

«Das war eine schwache Leistung von uns. So kann man nicht weiterkommen», gestand Torhüter Ralf Fährmann, der die Unmutsbekundungen der Fans nicht akzeptierte. «Wir stellen uns der Kritik. Aber ich finde die Pfiffe nicht angebracht. Es ist nicht fair, Spieler, die zuletzt überragende Leistungen gebracht haben, auszupfeifen.» Mehr Verständnis brachte Johannes Geis auf. «Ich wäre als Fan auch enttäuscht und hätte meinem Unmut freien Lauf gelassen», gestand er. «Wir müssen wieder Herz und Leidenschaft auf den Platz bringen.»

Ausgerechnet der zuletzt so zuverlässige Innenverteidiger Joel Matip, der im Sommer zum FC Liverpool wechselt, patzte vor den ersten beiden Toren von Marlos (27. Minute) und Facundo Ferreyra (63.). Viktor Kowalenko (78.) steuerte nach einem Konter den dritten Treffer für Tabellenführer der ukrainischen Liga gegen eine desolat auftretende Schalker Elf bei, die sich längst aufgegeben hatte.

«Ich bin wie alle sehr enttäuscht. Wir haben viel zu wenig investiert», sagte André Breitenreiter. Der Trainer monierte die individuellen Fehler, nahm Matip aber auch in Schutz. «Er hat eine überragende Saison gespielt, jetzt sitzt er traurig in der Kabine. Fehler macht keiner mit Absicht», erklärte Breitenreiter, räumte aber ein: «Das 2:0 hat uns das Genick gebrochen. Wir waren danach nicht mehr in der Lage, die Köpfe hochzubekommen.»

Nach dem vierten Pflichtspiel ohne Sieg und der wohl schlechtesten Saisonleistung droht Schalke vollends in die Krise zu rutschen. Zudem könnte die Stimmung kippen, nachdem man die Herzen der Fans mit starken Leistungen und begeisterndem Offensivfußball zu Saisonbeginn zurückerobert hatte. Doch von dem Schwung und der Leidenschaft ist nicht viel geblieben. «Wir haben individuell wie mannschaftlich nicht die Leistung gebracht, um weiterzukommen», stellte Manager Horst Heldt ernüchtert fest. Nun müsse man sich auf die Bundesliga und die anstehende Partie am Sonntag bei Eintracht Frankfurt konzentrieren. «Da wollen wir zeigen, dass wir es besser können», sagte Fährmann.

Zu allem Überfluss wird Leon Goretzka wochenlang fehlen. Der Mittelfeldspieler zog sich eine Schultereckgelenksprengung zu, muss aber nicht operiert werden. «Das ist sehr bitter für ihn und die Mannschaft», meinte Geis.

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