Al-Hussein verlangt Verschiebung von FIFA-Wahl

Zürich (dpa) - 23.02.2016, 14:57 Uhr
Al-Hussein verlangt Verschiebung von FIFA-Wahl
Prinz Ali bin al-Hussein fordert eine Verschiebung der FIFA-Präsidentenwahl. Foto: Walter Bieri

Aus Angst vor einer skurrilen Handy-Manipulation fordert Außenseiter-Kandidat Prinz Ali bin al-Hussein einen neuen Termin für die Wahl des FIFA-Präsidenten.

Der Jordanier zog vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS und verlangte «vorläufige Maßnahmen», um den am Freitag in Zürich geplanten außerordentlichen Kongress des Fußball-Weltverbands zu verschieben. Sein Antrag, transparente Wahlkabinen nutzen zu lassen, sei vom ad-hoc-Wahlkomitee der FIFA abgelehnt worden, begründeten französische Anwälte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur im Namen al-Husseins den Schritt.

Der CAS will bis spätestens Donnerstagvormittag über den Antrag entscheiden und forderte die FIFA zu einer schriftlichen Antwort auf. Al-Hussein fordere zudem unabhängige Beobachter, «um die Integrität des Wahlprozesses abzusichern und zu gewährleisten, dass die Stimmen geheim abgegeben werden».

Der ehemalige Vizepräsident des Weltverbands verspricht sich von durchsichtigen Wahlkabinen geringere Möglichkeiten der Einflussnahme auf die abstimmenden Vertreter der 209 FIFA-Mitgliedsverbände. So könnten diese keine Handybilder ihres ausgefüllten Stimmzettels machen, um damit Dritten zu beweisen, wie sie votiert haben. Das Team al-Husseins hatte zuletzt angekündigt, derartige Kabinen zum Zürcher Hallenstadion schicken lassen zu wollen.

Stattdessen habe die FIFA nur zugesichert, dass die Stimmberechtigten «ihr Mobiltelefon außerhalb der Kabine lassen müssen», hieß es von den Anwälten Francis Szpiner und Renaud Semerdjian weiter. «Die FIFA hat unseren Antrag für eine beschleunigte Anhörung, um ein Urteil vor dem 26. Februar zu erreichen, abgelehnt. Das Verhalten ist unverständlich, außer dass es jedes Recht auf einen fairen und transparenten Wahlprozess verwehrt.»

Neben al-Hussein kandidieren Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa aus Bahrain und der Schweizer Gianni Infantino sowie die großen Außenseiter Tokyo Sexwale (Südafrika) und Jérôme Champagne für die FIFA-Präsidentschaft. Auch der Franzose reichte zuletzt offizielle Beschwerde gegen den Wahlprozess ein. Champagne forderte die FIFA auf, zusätzliche Akkreditierungen für 20 «Beobachter» der UEFA und sieben Entsandte des asiatischen Fußball-Verbandes zu streichen. Diese Personen könnten ansonsten für al Chalifa und Infantino, die Kandidaten der großen Kontinentalverbände, werben.

Al-Hussein hatte im vergangenen Jahr gegen den inzwischen gesperrten Blatter mit 73 erhaltenen Stimmen einen Achtungserfolg gefeiert. Dem früheren FIFA-Vize fehlt nun allerdings die flächendeckende Unterstützung einer gesamten Konföderation.

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