Fall Müller: Gericht entscheidet über Arbeitsverträge

Frankfurt/Main (dpa) - 17.02.2016, 12:51 Uhr
Fall Müller: Gericht entscheidet über Arbeitsverträge
Der ehemalige Mainzer Torwart Heinz Müller ist vor Gericht gezogen. Foto: Fredrik von Erichsen

Im brisanten Rechtsstreit um die Befristung von Arbeitsverträgen im Profifußball will das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz um 14.00 Uhr eine Entscheidung verkünden.

Mit Sorge schaut der deutsche Profifußball auf den Prozess in Mainz. Im Streitfall zwischen dem früheren Bundesliga-Torhüter Heinz Müller und dem FSV Mainz 05 geht es auch um die Frage, ob die gängige Praxis von befristeten Arbeitsverträgen im Fußball-Geschäft überhaupt zulässig sind. Falls das erstinstanzliche Urteil nicht gekippt wird, drohen möglicherweise ähnlich weitreichende Konsequenzen wie nach dem sogenannten Bosman-Urteil 1995.

Die Verhandlung zwischen dem Bundesligisten FSV Mainz 05 und seinem früheren Torwart Heinz Müller wurde am Mittwochvormittag nach kurzer Zeit unterbrochen. Gespräche über eine außergerichtliche Einigung zwischen beiden Parteien scheiterten anschließend, weil der Verein auf einem Urteil des Gerichtes besteht.

Vordergründig geht es in diesem Fall nur um einen Streit zwischen Müller und den Mainzern. Ein Zweijahresvertrag des heute 37-Jährigen war 2014 ausgelaufen. Müller klagte daraufhin vor dem Arbeitsgericht Mainz auf eine «Feststellung des Fortbestandes als unbefristetes Arbeitsverhältnis». Seine Klage hatte Erfolg, sein früherer Club zog daraufhin vor das Landesarbeitsgericht.

Vereine und Verbände befürchten nun, dass eine Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils den Profifußball ähnlich einschneidend verändern könnte wie das sogenannte Bosman-Urteil 1995. Sollten Vereine ihren Spielern keine Drei- oder Vierjahresverträge mehr geben können und sie stattdessen nur unbefristet anstellen können, würde dies das gesamte Transfersystem zum Einsturz bringen.

Mainz 05 will zur Not bis vors Bundesarbeitsgericht. Vereine und Verbände befürchten nun, dass eine Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils den Profifußball ähnlich einschneidend verändern könnte wie das sogenannte Bosman-Urteil 1995. Sollten Vereine ihren Spielern keine Drei- oder Vierjahresverträge mehr geben können und sie stattdessen nur unbefristet anstellen können, würde dies das gesamte Transfersystem zum Einsturz bringen.

Arbeitsgericht Mainz

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