Kaiserslautern (dpa) - 05.09.2005, 17:09 Uhr
Herzog (l), Friedrich (r) und Wieschemann (2.v.r) beim Prozess-Auftakt 2004.
Als «sehr solide und sehr korrekt» hat vor dem Landgericht Kaiserslautern der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Kaiserslautern, Günter Hartmann, das Finanzgebaren des früheren FCK-Führungstrios bezeichnet.
Im Prozess gegen die wegen Steuerhinterziehung und Untreue angeklagten Jürgen Friedrich, Gerhard Herzog und Robert Wieschemann erklärte Hartmann, das Vertrauen der Banken sei auf Grund der Vermögens- und Finanzsituation des FCK da gewesen. Probleme seien erst durch den Ausbau des Stadions entstanden. Hartmann: «Durch die Belastung der Investitionskredite war es möglich, dass die Liquidität irgendwann nicht gegeben war.»
Die Anklage wirft der früheren FCK-Spitze vor, durch verschleierte Gehaltszahlungen an ehemalige Lauterer Profis über Briefkastenfirmen im Ausland Lohnsteuer hinterzogen zu haben. Diese seien meist über Scheinverträge zur Abtretung von Persönlichkeitsrechten abgewickelt worden. Der frühere Steuerberater des FCK, Hartmut Heise, sagte als Zeuge, dass bei einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt Kaiserslautern im Jahr 2002 die Verträge zu Persönlichkeitsrechten, «was die Lohnsteuer anging, kein Thema» gewesen seien. Das Finanzamt habe lediglich darauf hingewiesen, dass man diese Gelder nicht als Betriebsausgaben absetzen könne, wenn es sich dabei um Zahlungen an Scheinfirmen handele.
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Wegen einer fiebrigen Magen-Darm-Erkrankung ließ sich Andreas Brehme, derzeit Co-Trainer beim VfB Stuttgart, beim Gericht entschuldigen. Brehme soll als Zeuge Auskunft geben über Zahlungen, die bei seiner Verpflichtung als FCK-Spieler an eine Briefkastenfirma in Holland geflossen sein sollen.