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Abschiedsfest und Rätselraten um «Effes» Zukunft

Mönchengladbach (dpa) - 23.07.2005, 12:04 Uhr

Stefan Effenberg nach seinem Abschiedsspiel in Mönchengladbach.
Stefan Effenberg nach seinem Abschiedsspiel in Mönchengladbach.

Böllerschüsse, Konfetti-Regen und Feuerwerk - dem rauschenden Abschiedsfest folgte das Rätselraten um «Effes» Zukunft.

Nach 18 Jahren als Fußball-Profi hat Stefan Effenberg seine erfolgreiche Karriere mit einer Prominentenpartie mit Stars aus Sport und Show-Business beendet. Doch die Frage nach seinen künftigen Plänen blockte der 36 Jahre alte ehemalige Nationalspieler nach dem Abpfiff in Mönchengladbach, wo er 1987 seinen ersten Bundesligavertrag bekam, ab. «Vielleicht werde ich ja Linienrichter», scherzte er.

Den Abend seines letzten großen Auftritts wollte Effenberg einfach genießen, ohne die Gerüchteküche zum kochen zu bringen. Seinem Ruf waren viele ehemalige Weggefährten in den Borussia-Park gefolgt. Nationaltorhüter Oliver Kahn stand im Tor, der 90er-Weltmeister Thomas Häßler wirbelte unter anderem als Spielgestalter im Mittelfeld und Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler ließ noch einmal seine Klasse als Stürmer aufblitzen. Doch das Toreschießen war in erster Linie «Chef Effe» vorbehalten.

Neben seinen Fähigkeiten als Regisseur schlüpfte Effenberg auch als Torjäger in die Hauptrolle und traf gleich drei Mal. Nach seinem letzten Tor zum 6:6-Endstand zwischen dem Team «Tigers» und dem Team «Heroes» wurde die Partie um 20.40 Uhr in der 84. Minute vorzeitig abgepfiffen und Effenberg sagte vor knapp 40 000 Fans mit einer Ehrenrunde im Stadion «Adieu». «Ich habe mich unglaublich auf all' das gefreut. Es war großartig und sehr bewegend. Aber jetzt bin ich froh, dass es vorbei ist«, erklärte Effenberg, der auch seinen Bruder Frank und Sohn Etienne-Noel auflaufen ließ.

Mit Lobeshymnen verabschiedeten ihn auch seine Mitspieler. «Es wäre schön, wenn solch eine Persönlichkeit dem Fußball erhalten bleibt», meinte Keeper Uwe Kamps. Effenberg selbst kann sich eine Rückkehr «als Trainer oder Strippenzieher» bei einem renommierten Verein durchaus vorstellen - dies hatte er im Vorfeld erklärt. «Er ist einer der Charakterköpfe, die im Fußball immer etwas bewegen können», sagte Torhüter Jörg Stiel, über den coolen Exzentriker, der die Fans polarisierte, aber ob seiner Erfolge stets hoch geachtet war. So gewann Effenberg, der zuletzt in Katar seine Karriere ausklingen ließ, mit dem FC Bayern München einmal die Champions League (2001) und drei Mal die Meisterschaft (1999-2001).

Thomas Häßler, der am 22. August sein Abschiedsspiel gibt, schätzte Effenberg als «guten Strategen», der das Zeug zum Trainer oder Manager besitze. Abwehr-Ass Patrik Andersson rät seinem ehemaligen Bayern-Kollegen jedoch von einer Laufbahn im Schleudersitz-Geschäft ab: «Ich würde das Leben als Rentner genießen, die Zeit mit meiner Familie verbringen.» Effenberg beantwortete die Frage, wie es jetzt weitergehe, noch einmal mit dem ihm eigenen Humor: «Ich gehe jetzt erst mal duschen.»


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