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4:1 gegen Argentinien: Brasilien Confed-Cup-Sieger

Frankfurt/Main (dpa) - 29.06.2005, 23:48 Uhr

Adriano bejubelt seinen Treffer zum 4:0 gegen Argentinien.
Adriano bejubelt seinen Treffer zum 4:0 gegen Argentinien.

Im Unwetter von Frankfurt hat Brasilien im Südamerika-Klassiker den Erzrivalen Argentinien das Fürchten gelehrt und ein Jahr vor der WM zum zweiten Mal nach 1997 den Confederations Cup gewonnen.

Im Finale demütigte der Rekordweltmeister die überforderten Argentinier nach einer Gala-Vorstellung mit 4:1 (2:0) und nahm Revanche für die schmerzhafte Niederlage drei Wochen zuvor in der WM-Qualifikation. «Daran wird Argentinien noch lange denken», sagte Franz Beckenbauer, Chef des Organisationskomitees.

Vor 45 591 Zuschauern begeisterten die Brasilianer phasenweise mit Zauber-Fußball gegen die müden Argentinier. Adriano (11./63.) krönte sich mit seinen Turniertreffern vier und fünf zum Torschützenkönig. Die überragenden Kaka (16.) und Ronaldinho (47.) machten den Erfolg perfekt, für den der fünfmalige Weltmeister 2,275 Millionen Euro Prämie kassierte. Der Gegentreffer von Pablo Aimar (65.) tat der guten Laune der Brasilianer keinen Abbruch. Die Argentinier, die zuletzt 1960 mit 1:5 höher gegen Brasilien verloren hatten, durften sich sich mit 1,94 Millionen Euro trösten.

Ausgerechnet im Endspiel erlebten Beckenbauer und die Organisatoren eine peinliche Panne: Pünktlich zum Anpfiff ging über Frankfurt ein heftiges Gewitter nieder. Obwohl das so genannte «Cabrio-Dach» der Commerzbank-Arena verschlossen war, regnete es durch undichte Stellen in das 188 Millionen Euro teure Stadion. Wassermassen gingen auf Zuschauer und Spieler nieder. «Das sind alles neue Stadien. Und es sind die ersten Tests», meinte der OK-Chef.

Die Probleme hatten die Brasilianer und die Zuschauer nach dem Abpfiff längst vergessen. Nach dem Spiel begannen die Sieger auf dem Rasen eine Samba-Party, in deren Mittelpunkt Adriano stand. Der Stürmer wurde als bester Torschütze und Spieler des Turniers ausgezeichnet. «Ich bin glücklich und stolz. Der Confed-Cup ist der wichtigste Pokal», meinte der Profi von Inter Mailand.


Zuvor hatten er und die Brasilianer nie einen Zweifel gelassen, sich für das 1:3 am 8. Juni in Buenos Aires unbedingt revanchieren zu wollen. Acht Spieler, die bei der Pleite dabei waren, hatte Trainer Carlos Alberto Parreira in Frankfurt aufgeboten, während in den argentinischen Reihen nur vier Akteure von damals standen.

Bayern Münchens Verteidiger Lucio wollte von einer Revanche nichts wissen. «Die Spiele gegen Argentinien sind immer wichtig», betonte er. «Alle sind noch einmal über sich hinausgewachsen.» Nach zehn Minuten legten die Brasilianer jegliche Zurückhaltung ab. Erst überwand Adriano mit einem satten 20-m-Schuss Argentiniens Schlussmann German Lux. Nur fünf Minuten später traf Kaka aus 18 m. Das Tor tat dem 23-Jährigen sichtlich gut. Selbstbewusst und voller Freude dirigierte der Mittelfeldspieler vom AC Mailand mit seinem Kapitän Ronaldinho das Spiel der Brasilianer.

Von den Argentiniern, bei denen der Noch-Leverkusener Diego Placente in der Deckung zum Einsatz kam, war nichts zu sehen. Ausgelaugt schlichen die «Gauchos» über den Platz. Außer einem 18-m-Schuss von Juan Riquelme (15.) hatte der zweimalige Weltmeister vor der Pause nichts zu bieten. Gegen die brasilianische Deckung, in der Lucio alles wegräumte, waren Torjäger Luciano Figueroa und auch Spielmacher Riquelme abgemeldet. «Es gibt Spiele, die sind wie ein Schicksalsschlag», meinte Argentiniens Trainer Josef Nestor Pekermann. «Im Grund war es wie in Bueno Aires - nur umgekehrt.»

Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild nicht. Die Brasilianer kombinierten. Pekermanns Spieler, die nach dem Elfmeterkrimi gegen Mexiko einen Tag weniger Pause hatten, schaute zu. Ronaldinho drückte nur anderthalb Minuten nach Wiederanpfiff nach schöner Kombination mit Kaka und Cicinho den Ball durch die Beine von Schlussmann Lux ins Tor. Danach gab es für Brasilien Chancen beinahe im Minutentakt. Erst Adriano (63.) setzte den Torreigen fort.

Auch Aimars Ehrentreffer (65.) brachte die Brasilianer nicht aus dem Konzept. Die Brasilianer begeisterten das Publikum und ließen die Zuschauer den Regen vergessen.

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