«Noch lebt der deutsche Fernsehzuschauer, was das Programmangebot, den zusammenhängenden Spieltag und die zeitnahe Berichterstattung im Free-TV angeht, in paradiesischen Zuständen. Das wird sich ändern», sagte Wirtschaftsprüfer Arnd Hovemann in Frankfurt. An der Studie zur wirtschaftlichen Lage des Profifußballs beteiligten sich 17 Manager der 36 Clubs in 1. und 2. Liga. Nach Einschätzung Hovemanns birgt vor allem das Bezahlfernsehen in Deutschland noch erhebliches Einnahme-Potenzial. Er ergänzte: «Wenn man die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten will, muss man sich auch Gedanken machen über eine Änderung des Verteilschlüssels.» Vor allem der deutsche Meister Bayern München fordert, erfolgreichen Vereinen mehr Geld aus den Übertragungsrechten zukommen zu lassen. In wenigen Wochen beginnt die Ausschreibung für die TV-Rechte an der Bundesliga von der Saison 2006/2007 an. Bayern-Vorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt mindestens 500 Millionen Euro jährlich für einen neuen TV-Vertrag verlangt. Die derzeit gültigen Kontrakte mit ARD, ZDF, DSF und dem Bezahl-Fernsehsender Premiere enden nach der Saison 2005/2006. Insgesamt sehen sich die Vereine der Studie zufolge auf finanziell soliderer Grundlage als noch vor einem Jahr. Gründe seien steigende Sponsoreneinnahmen und sinkende Spielergehälter. Zwei Drittel der Vereine (65 Prozent) bezeichnen ihre wirtschaftliche Lage als gut oder eher gut (Vorjahr: 48 Prozent). Jeder zweite Manager (53 Prozent) erwartet in der nächsten Saison steigende Einnahmen - vor allem dank Werbung und Sponsoring. «Das bedeutet nicht, dass die Vereine künftig im Geld schwimmen werden», sagte Wirtschaftsprüfer Stefan Pfeiffer.
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