«Wir haben schon gedacht, dass wir auf Augenhöhe sind», meinte der über dem Auge lädierte Pokalheld des BAK. Am Abend hatte er einen Auftritt im Sportstudio: «Das geht jetzt alles schnell», sagte er. So wie auf dem Platz des Poststadions vor 1468 Zuschauern, die aus dem Staunen nicht mehr herauskamen. Nicht der Bundesligist bestimmte die Partie, sondern das Viertliga-Team eines Vereins, der eine Zeit lang «Berlin Ankaraspor Kulübü» hieß, weil man eine Zusammenarbeit mit dem türkischen Erstligisten pflegte. Mittlerweile nennt sich der Verein aber wieder Berliner Athletik Klub und die Spieler machten dem Namen alle Ehre. Justin Gerlach (31.) und Kevin Kruschke (40.) belohnten den sehenswerten Einsatz mit der Vorentscheidung schon vor der Pause. Die verbrachte Babbel fast komplett auf dem Platz. Was er seiner Mannschaft nach den desaströsen ersten 45 Minuten zu sagen hatte, ging schnell. Nach den gesamten 90 Minuten brachte Babbel den Auftritt seiner Truppe, die mit vier Neuzugängen in der Startformation angetreten war, auf einen Nenner und sprach vom «kollektiven Versagen. Das Bittere ist, du kannst es nicht mehr wiedergutmachen», sagte Babbel, dessen Hauptstadt-Beziehung nach seinem schmachvollen Abgang bei der Hertha um ein weiteres Kapitel reicher geworden ist: «Langsam wird mir Berlin unsympathisch.» Die Spieler des Berliner AK durften sich hingegen darüber freuen, einmal aus dem Schatten der beiden Hauptstadt-Clubs Hertha und Union getreten zu sein. Die Spieler genossen den Ruhm und träumten nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte schon vom FC Bayern oder Borussia Dortmund als nächstem Kontrahenten. Trainer Jens Härtel, der nicht die «Spaßbremse» geben wollte und seine Schützlinge allein Party machen ließ, richtete aber den Blick auf das tägliche Geschäft: «Wir sind dankbar, Geschichte geschrieben zu haben. Das war heute ein einmaliges Fest. Nächste Woche gegen Zwickau müssen wir weider hellwach sein.»
 |