Neue Runde im Pokal-Millionenspiel - Klopp warnt
Düsseldorf (dpa) - 17.08.2012, 12:47 Uhr
BVB-Coach Jürgen Klopp warnt davor im DFB-Pokal die kleinen Clubs zu unterschätzen. Foto: Andreas Gebert
Das Ziel heißt Olympiastadion Berlin. Die potenziellen Stoppschilder indes stehen in Schönberg, Nöttingen, Falkensee-Finkenkrug oder Roßbach/Verscheid. Bei den dortigen «Kleinen» ist die Lust auf die Sensation gegen einen der «Großen» extrem ausgeprägt. Eppingen, Weinheim oder Vestenbergsgreuth haben einst vorgemacht, wovor Jürgen Klopp die Favoriten aus der Beletage des deutschen Fußballs warnt: zum Gespött der Branche zu werden. «Es sind schon so viele Erstligisten rausgeflogen, weil sie geglaubt haben, in der ersten Runde könnte es gemütlich werden», sagt der Trainer von Cup-Verteidiger und Meister Borussia Dortmund. Die bittere Erfahrung mussten 2011 Wolfsburg, Bremen, Freiburg und Leverkusen machen: Sie schieden gegen unterklassige Vereine aus, der damalige Champions-League-Teilnehmer Bayer sogar nach einer 3:0-Führung bei Dynamo Dresden (3:4 nach Verlängerung). Zehnmal führte das Los in der 70. Auflage des DFB-Pokals zu einem der reizvollen Duelle zwischen Amateuren und Erstligisten. Auch Dortmund ist betroffen: Der BVB muss im Weserstadion beim Bremer Regionallisten FC Oberneuland antreten. Dessen Coach Peter Moussalli flippte fast aus ob der Begegnung mit Marco Reus, Mario Götze und Co.: «Das ist ein Hype, einfach Wahnsinn.» Und Präsident Holger Micheli schwärmt: «Es ist das größte Spiel, das der FCO je hatte.»
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Moussalli übt verbal den Zwergenaufstand: «Wenn wir 500 Mal gegen Dortmund spielen, werden wir 499 Mal verlieren. Aber vielleicht ist ja am Samstag Spiel Nummer 500», sagt er. Die Euphorie ist riesig: «Unser FCO empfängt den deutschen Meister und Pokalsieger und will die Sensation schaffen. Unterstützen Sie unsere Jungs auf dem Weg zum Pokalwunder!» - so wirbt der Viertligist auf seiner Homepage um die Unterstützung der Fans. Dabei geht es nicht nur um 109 000 Euro für jeden Gastgeber: Außenseiter wie die Verbandsligisten SV Falkensee-Finkenkrug aus Brandenburg (gegen VfB Stuttgart), der FC Schönberg 95 aus Mecklenburg-Vorpommern (gegen VfL Wolfsburg) oder der SV Roßbach/Verscheid aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar (gegen Mainz 05) streben nach dem Lustgewinn, die Großen zu stürzen. Der baden-württembergische Oberligist FC Nöttingen zum Beispiel: «Wir wollen mitspielen. Wir werden nicht mit elf Mann am eigenen Sechzehner stehen», kündigte Trainer Michael Wittwer vor dem Aufeinandertreffen in Reutlingen mit Hannover 96 an. |