Maßgeblich an der Entwicklung des GoalRef-Systems war das Fraunhofer Institut in Erlangen. Dabei wird im Torrahmen ein Magnetfeld erzeugt. Der Ball enthält drei Magnetspulen. Überschreitet der Ball die Torlinie, wird durch das Magnetfeld im Tor ein Magnetfeld im Ball aktiviert und ein zugeschalteter Computer sendet ein Signal auf die Armbanduhr des Schiedsrichters. FIFA-Chef Joseph Blatter hatte sich erst nach den Fehlentscheidungen bei der WM 2010 in Südafrika aufgeschlossen gegenüber Technologien gezeigt. Damals war unter anderem England ein Tor von Frank Lampard gegen Deutschland nicht gegeben worden. Bei der EM 2012 zeigte sich das System mit Torlinienrichtern als anfällig, da der Ungar Istvan Vad seinem Schiedsrichter Viktor Kassai einen klaren Treffer der Ukraine gegen England nicht signalisierte. Der Bezug zum legendären Wembley-Tor der Engländer im WM-Finale 1966 hatte die Debatte immer eine historisch unumstößliche Relevanz gegeben. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Ligapräsident Reinhard Rauball hatten sich für eine Einführung ausgesprochen, vom Weltverband aber klare Antworten auf Fragen der Finanzierung und der praktischen Umsetzung gefordert. Die tatsächlich Betroffenen - die Schiedsrichter - waren mehrheitlich stets für eine Ausschöpfung der technischen Möglichkeiten. Noch am Tag der Entscheidung dokumentierten die ehemaligen deutschen Referees Markus Merk und Lutz Michael Fröhlich ihre Zustimmung zu einem funktionierenden System. «Tor oder nicht Tor ist doch am Ende die wichtigste Frage in einem Fußballspiel. Hier eine zuverlässige Entscheidungshilfe zu haben, das sollte man nutzen», sagte Fröhlich der «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Deutschlands früherer Vorzeige-Unparteiischer Merk sagte sogar, «alle Schiedsrichter wünschen sich diese Technologie». «Wer sich durch die Technologie entmachtet fühlt, der ist für mich fehl am Platze.»
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