«Katze» Zumdick leitet VDV-Trainingscamp
Bochum (dpa) - 05.07.2012, 13:10 Uhr
Ralf Zumdick leidet das Trainingscamps für vertragslose Fußball-Profis. Foto: Soeren Stache
Nach seinem Iran-Abenteuer ist Fußball-Trainer Ralf Zumdick auch in der Heimat wieder ein gefragter Mann. «Vor zwei Monaten habe ich im Urlaub zufällig Florian Gothe getroffen. Als er mich gefragt hat, ob ich das VDV-Trainingscamp übernehmen würde, habe ich ohne langes Zögern zugesagt», erzählte Zumdick im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Von Montag an leitet der 54-Jährige nun für rund drei Monate als «Chef» eines ausgewählten Trainerteams das alljährliche VDV-Trainingscamp für vertragslose Fußballer und Rekonvaleszenten. Zumdick blickt der Aufgabe mit Vorfreude und Spannung entgegen. «Das wird interessant, weil die Spieler auf sehr unterschiedlichem Leistungs- und Fitnessstand sein werden. Ich hoffe, dass viele von ihnen noch bei einem Club landen. Es ist eine gute Chance, sich zu zeigen und für neue Vereine anzubieten.» In der ersten Woche müssen sich alle Spieler einer kompletten Leistungsdiagnostik unterziehen. «Danach fahren wir ins Trainingslager und bestreiten auch einige Testspiele», sagt Zumdick zum anspruchsvollen Programm.
Zum VDV-Präsidenten Gothe verbindet den langjährigen Torhüter des VfL Bochum eine Freundschaft. «Ich kenne ihn sehr gut. Wir haben ja früher noch zusammengespielt», so Zumdick, der die in Duisburg ansässigen Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV) vor vielen Jahren mit aus der Taufe hob. Er ist also ein VDV-Mann der ersten Stunde und noch heute «passives Mitglied» der Spielergewerkschaft. «Die VDV und ihre Interessen liegen mir am Herzen. Deswegen habe ich auch nicht lange überlegt», sagte der Fußball-Lehrer aus Bochum. Bis Februar arbeitete der frühere Torwart der deutschen Olympia-Auswahl im Iran, bis er auf eigenen Wunsch beim Vorzeigeclub Persepolis Teheran ausschied. Die «wertvollen Erfahrungen» möchte er nicht missen. «Aber zuletzt war es sehr schwierig, perspektivisch und erfolgreich zu arbeiten. Man kann sportlich wenig bewegen, weil man von der Clubführung nicht die notwendigen Kompetenzen bekommt.» |