Auch Fröhlich pro technische Hilfe für Schiedsrichter
Berlin (dpa) - 05.07.2012, 09:42 Uhr
Auch Lutz-Michael Fröhlich ist für technische Hilfen. Foto: Uwe Anspach
Nach Markus Merk hat sich in Lutz-Michael Fröhlich ein weiterer ehemaliger FIFA-Referee für die Einführung technischer Hilfsmittel für Schiedsrichter ausgesprochen. «Tor oder nicht Tor ist doch am Ende die wichtigste Frage in einem Fußballspiel. Hier eine zuverlässige Entscheidungshilfe zu haben, das sollte man nutzen», sagte Fröhlich der «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Wenn ein «funktionierendes System» existiere, sei er «durchaus dafür». Der stellvertretende Leiter der DFB-Schiedsrichterkommission forderte die Regelhüter des Weltfußballs auf, beim abschließenden Votum zu diesem Thema in Zürich eine Entscheidung zu treffen, die «dem Fußball wirklich weiterhilft». Die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung habe man gerade erst erlebt, als bei der Europameisterschaft der Ukraine im Gruppenspiel gegen England (0:1) vom Torrichter ein klarer Treffer verweigert wurde. Der Ball habe «zwar ganz knapp, aber dennoch durch Fernsehtechnik deutlich erkennbar, die Torlinie vollständig überschritten», betonte Fröhlich.
Auch sein langjährige Referee-Mitstreiter Markus Merk ist nach den jüngsten Erfahrungen bei der EM in Polen und der Ukraine pro Hilfsmittel. Er glaubt sogar, «alle Schiedsrichter wünschen sich diese Technologie». Ob Chip im Ball oder Torkamera, spiele dabei keine Rolle. «Ich bevorzuge die Technik, die funktioniert», erklärte der 50-Jährige am Donnerstag im «Deutschlandradio Kultur». Einen Bedeutungsverlust der Referees befürchtet Merk durch die Technik nicht. «Wer sich durch die Technologie entmachtet fühlt, der ist für mich fehl am Platze.» Die Regelhüter des Fußballs befinden am FIFA-Sitz in Zürich über die Einführung von technischen Hilfsmitteln für Referees. Bei der Sitzung des International Football Association Boards (IFAB) wird entschieden, ob die Unparteiischen künftig einen akustischen Hinweis bekommen, wenn der Ball die Torlinie überschritten hat. Zur Auswahl stehen die bereits getesteten Systeme Hawk-Eye und GoalRef.
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