Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß könnte «auch mit dem Torrichter leben. Ich bin aber für eine Regelung für alle, oder man lässt es, wie es ist». Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge warnte davor, das Rad zu weit zu drehen: «Aber wenn es funktioniert, bin ich dafür», sagte er am Dienstag in München. Wichtiger Aspekt ist für DFB und DFL die Frage, in welchen Ligen und welchen Wettbewerben die Schiedsrichter per Technik bei der Torerkennung künftig unterstützt werden sollen. Bleiben die Systeme Hawk-Eye (Torkamera) oder GoalRef (Chip-Ball) auf den Profifußball beschränkt oder muss im Extremfall jeder Dorfsportplatz umgerüstet werden? Was passiert im DFB-Pokal, wenn ein Amateur-Club eine Fußball-Größe empfängt? Die Praktikabilität der Regel-Revolution steht für Niersbach und Rauball noch auf dem Prüfstand. Zudem verlangen die Fußball-Funktionäre vor allem eine Klärung der Kostenübernahme. «Wie hoch wären die Kosten für Anschaffung und Unterhalt der Anlagen und wer würde die anfallenden Kosten tragen?», lautet die konkrete Frage des DFB. Das System mit magnetischen Resonanzwellen wird wohl zweistellige Millionenbeträge verschlingen. Für den Chip-Ball sind keine detaillierten Kostenvoranschläge bekannt. Für die Sportartikelindustrie ergeben sich hier aber auch neue Produktions- und Vermarktungschancen. Deutsche Funktionäre werden in Zürich nicht dabei sein. Die acht IFAB-Mitglieder sind traditionell Vertreter der Fußball-Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland sowie vier hochrangige FIFA-Funktionäre. Von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen sind sie aber nicht. DFB-Ex-Chef Theo Zwanziger nahm als FIFA- und UEFA-Exekutivmitglied bei der UEFA-Sitzung in Kiew am Wochenende noch Einfluss. Franz Beckenbauer beratschlagte kürzlich in Zürich mit Blatter bei Raclette und Rotwein die Technik-Revolution.
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