Kabinenzoff stört Frankreichs neuen Frieden
Donezk (dpa) - 21.06.2012, 15:34 Uhr
Hatem Ben Arfa soll inzwischen seine Differenzen mit Coach Blanc ausgeräumt haben. Foto: Srdjan Suki
Frankreichs neuer Frieden ist schon wieder dahin. Ein lautstarker Kabinenzoff und atmosphärische Spannungen störten die Vorbereitung auf das EM-Viertelfinale gegen Spanien - und weckten böse Erinnerungen an das WM-Debakel WM 2010. Nationaltrainer Laurent Blanc und Hatem Ben Arfa gerieten nach der 0:2-Pleite gegen Schweden aneinander, der unzufriedene Mittelfeldspieler bot laut der Sporttageszeitung «L'Équipe» sogar seine sofortige Heimreise an. Auch zwischen Samir Nasri und Alou Diarra krachte es. «Es wurden schwere Geschütze aufgefahren», erzählte Florent Malouda zu den verbalen Streitigkeiten in der Kabine, «in der Hitze des Gefechts hat das, was ich gesehen habe, alte Dämonen geweckt.» «Bericht eines Nervenzusammenbruchs», überschrieb «L'Équipe» die Vorfälle, die erst am Donnerstag in ihren Details an die Öffentlichkeit gelangten.
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Blanc habe Ben Arfa zur Ordnung gerufen, als der 25-Jährige direkt nach der Partie in der Umkleide mit seinem Handy herumspielte. Daraufhin beschwerte sich der ausgewechselte Profi von Newcastle United, dass andere Spieler «viel schlechter» als er gewesen seien. Die Disharmonie zwischen Nasri und Diarra hatte einen anderen Auslöser. Diarra habe seine offensiven Mittelfeldkollegen für mangelnde Defensivarbeit kritisiert, Nasri ihn daraufhin gebeten, doch wenigstens höflich zu bleiben, enthüllte das Blatt. Franck Ribéry, der trotz eines Schlags auf die Ferse wohl nicht um seinen Viertelfinaleinsatz bangen muss, übernahm die Rolle des Schlichters. Droht der Équipe Tricolore in ihrem Trainingslager von Kirscha nun ein ähnliches Chaos wie vor zwei Jahren? Bei der WM in Südafrika hatte zunächst Nicolas Anelka den damaligen Coach Raymond Domenech beleidigt, die Spieler bestreikten das Training in Knysna - Frankreich schied sang- und klanglos aus. «Die Blauen in Gefahr», schrieb «L'Est Républicain», «Kirscha nach Knysna?», fragte das Internetportal eurosport.com bang. |