Vor den Augen des umstrittenen Präsidenten Viktor Janukowitsch und von Chelsea-Mäzen Roman Abramowitsch erlebte «Roo» einen unangenehmen Empfang. Die Anhänger des Co-Gastgebers pfiffen ihn von allen «Three Lions»-Kickern am lautesten aus. Angetrieben von den eigenen Fans ging die Ukraine entschlossen in das Duell. Das Team um Timoschtschuk bestimmte das Tempo. Einen Schuss von Devic (12.) blockte Englands Deckung. Oleg Gussew (22.) zielte nur knapp über Harts Kasten. Fast im Gegenzug hatte Pjatow Probleme bei einem Freistoß von Gerrard (24.). Rooney kam wie auch seine Teamkollegen nur träge in die Partie. Gegen die agilen Ukrainer konzentrierte sich der Weltmeister von 1966 erstmal auf die Defensive. Timoschtschuk deckte den Stürmerstar zunächst sicher. Einen Kopfball nach einer Flanke von Ashley Young setzte Rooney (28.) aus fünf Metern völlig frei neben das Tor. Die Partie nahm Fahrt auf. Andrej Jarmolenko (30.) ließ Ashley Cole - mit 21 EM- oder WM-Partien Englands Rekord-Turnierspieler - nach einer Körpertäuschung stehen, scheiterte jedoch an Hart. Zum Ende der Halbzeit musste die Ukraine für das hohe Anfangstempo bezahlen, der Kontrahent strahlte dennoch keine große Gefahr aus. Nach dem Wechsel war die Elf von Trainer Roy Hodgson hellwach. Pjatow ließ eine abgefälschte Gerrard-Flanke durch die Hände rutschen - Rooney drückte den Ball aus einem Meter per Kopf über die Linie. Es war sein erstes Tor im Nationaldress nach mehr als neun Monaten. Englands Hoffnungsträger kam immer besser ins Spiel. Zunächst mehr Ballverteiler hinter Danny Welbeck, sorgte Rooney später in der Spitze für mehr Gefahr. Unter «Schewa, Schewa»-Rufen verpasste die Ukraine zweimal hauchdünn. Erst köpfte Milewski (61.) frei übers Tor, dann rettete John Terry nach einem Schuss von Devic. Der Ball war allerdings klar hinter der Torlinie. In der 70. Minute kam der heiß ersehnte Stürmerstar Schewtschenko. Die Ukraine warf in den letzten Minuten nochmal alles nach vorne - vergebens.
UEFA-Statistik
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