Ein zweites Problem bei den Dänen ist nur, dass ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Vorrunde nur noch wenige solcher erfahrenen Profis zur Verfügung stehen. Dennis Rommedahl zog sich gegen Portugal in seinem 118. Länderspiel einen Muskelfaserriss zu. Der 33-Jährige wird gegen Deutschland fehlen und ist obendrein schon der zweite Spieler nach Torwart Thomas Sörensen mit mehr als 100 Einsätzen für sein Land, der vor oder während der EM ausfällt. Auch bei Niki Zimling sieht es nicht gut aus. Der Partner von Kvist im defensiven Mittelfeld hat mittlerweile Schmerzen am Zeh, in der Wade und im Oberschenkel. Im Spiel gegen Portugal musste er genauso ausgewechselt werden wie Rommedahl. «Bei Zimling kann ich aber immerhin noch hoffen», sagte Olsen. Was die Aussichten auf das Viertelfinale angeht, gilt genau das gleiche. Und so halten sich die Dänen vor dem Spiel gegen Deutschland vor allem an einer Erkenntnis fest: «Wir stehen nach zwei Spielen mit drei Punkten da. Genau darauf hatten wir vor der EM gehofft», meinte ihr Trainer. «Wir wussten schon vorher, dass sich gegen Deutschland alles entscheiden wird. Eine Chance gibt es immer.» Sollte Portugal auch noch gegen die Niederlande gewinnen, würde den Dänen am Sonntag aber nicht einmal ein Unentschieden reichen. Alles ist noch möglich für alle Teams - das macht diese Gruppe so spannend. «Vielleicht nehme ich mein iPhone mit aufs Spielfeld», sagte Kvist, nachdem er als erster dänischer Spieler seinen Humor wiedergefunden hatte. Warum auch nicht, meinte er. «Denn so hart das späte Gegentor gegen Portugal auch war: Wir haben bewiesen, dass wir gegen alle in dieser Gruppe gut spielen und auch punkten können.»
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