Gegen die notgedrungen umformierte griechische Abwehr erwischten die unter Druck stehenden Tschechen einen Traumstart. Tomas Hübschman spielte mustergültig steil auf Jiracek, der Schlussmann Konstantinos Chalkias nach nur 135 Sekunden von der Strafraumgrenze aus zum viertenschnellsten Tor der EM-Historie überwand. Nur drei Minuten später setzte sich Theodor Gebre Selassie auf der rechten Seite durch. Chalkias erwischte den Rückpass in die Mitte nicht, wo sich der schmächtige Pilar gegen Konstantinos Katsouranis und Vassilios Torosidis durchsetzte und das Leder zu seinem zweiten Turniertor ins Netz drückte. «Die ersten zehn Minuten haben uns das Spiel gekostet», sagte Griechenlands Trainer Fernando Santos. Der etatmäßige Mittelfeldspieler Katsouranis musste mit dem Schalker Kyriakos Papadopoulos die Innenverteidigung bilden. Dort fehlten der gesperrte Bremer Sokratis und Avraam Papadopoulos wegen seines beim 1:1 gegen Polen erlittenen Kreuzbandrisses. Zu allem Überfluss ließ sich der angeschlagene Schlussmann Chalkias nach 22 Minuten gegen Michail Sifakis auswechseln. Weder Dimitrios Salpingidis, gegen Polen Schütze des Ausgleichstores, noch die erst 19-jährige Offensivhoffnung Konstantinos Fortounis aus Kaiserslautern konnten die im ersten Spiel desolate tschechische Defensive zunächst fordern. Trainer Santos reagierte zur Pause und brachte Gekas. Der einstige Bundesliga-Torschützenkönig stand nur acht Minuten nach seiner Einwechslung goldrichtig. Torhüter Cech wurde von Tomas Sivok behindert und ließ den Ball fallen, Gekas schob ihn ins leere Tor. Ohne Rosicky gerieten die eine Halbzeit lang souveränen Tschechen nun unter Druck und ließen ihre zahlreichen Fans unter den 41 000 Zuschauern zittern. Große griechische Chancen gab es jedoch nicht mehr. Trainer Santos betonte vor dem letzten Gruppenspiel gegen Russland trotzig: «Wir haben immer noch Hoffnung.»
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