Advocaat war ebenfalls zufrieden. «Es hat sich ausgezahlt, dass wir in der Vorbereitung nur einmal trainiert haben», sagte der «kleine General» in Richtung seiner Kritiker, die ihm vor dem Turnier zu lasche Arbeit vorgeworfen hatten. Überbewerten wollte der 64-Jährige den Erfolg aber nicht. Stattdessen übte er auch Kritik an seinem Team. «Wir haben zu viele Chancen ausgelassen und zu Beginn zu ängstlich agiert», bemängelte der ehemalige Gladbach-Coach. Doch nachdem die Russen ihre Nervosität abgelegt hatten, sorgten sie immer für Offensiv-Feuerwerk. Angetrieben von Dsagojew und Superstar Andrej Arschawin stürzten sie die Tschechen von einer Verlegenheit in die andere. Dsagojew (15. Minute, 79.), Roman Schirokow (24.) und der eingewechselte Roman Pawljutschenko (82.) erzielten die herrlich herausgespielten Treffer. Das Anschlusstor des Neu-Wolfsburgers Vaclav Pilar (52.) brachte die Russen nur kurzzeitig in Verlegenheit. Auch nach der Partie attackierten sie den osteuropäischen Rivalen weiter. «Die Tschechen waren defensiv sehr schlecht», stichelte Arschawin. «Das ist schließlich nicht Andorra. Obwohl: Gegen Andorra triffst du nicht immer so viel ins Netz», meinte Torschütze Schirokow. Lob für die eigene Leistung gab es von Ex-Coach Guus Hiddink. «Die Russen sind für mich jetzt ein gefährlicher Außenseiter», sagte Advocaats Landsmann und Vorgänger. Die Tschechen waren nach dem missratenen Start dagegen geschockt. «Wir hatten große Probleme, den Ball zu kontrollieren», sagte der blass gebliebene Tomas Rosicky. Der Leverkusener Michal Kadlec, der auf seiner linken Abwehrseite von Dsagojew phasenweise schwindelig gespielt wurde, gab sich dagegen trotzig. «1996 hat Tschechien auch das erste Spiel verloren und stand anschließend im Finale», meinte Kadlec. Der Glaube an eine Wiederholung dieses Szenarios dürfte aber auch ihm schwerfallen.
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