Das würde auch auf die nach langen Pausen um ihre Form ringenden Stammkräfte Mertesacker, Schweinsteiger und Klose zutreffen, machte Löw deutlich. «Im Training sind sie stabil», vermeldete der 52-Jährige. Allerdings musste der Wahl-Engländer Mertesacker am Donnerstag nach einem Zusammenprall mit Boateng das Training abbrechen; Löw geht nicht von einer spielgefährdenden Blessur aus. Der Bundestrainer will es wagen, das routinierte Trio ins Rennen zu schicken, auch wenn bei jedem Einzelnen noch einige Prozente zur vollen Leistungsfähigkeit fehlen. «Wettkämpfe sind eine Stufe höher. Man muss sehen, was in dem Turnier, in dem Spiel passiert», meinte Löw. Festgelegt hat er sich, dass Kapitän Philipp Lahm auf der linken Seite verteidigt - und das nicht nur zum Turnierauftakt: «Für unser Spiel ist das gut. Das ist abgestimmt, das lassen wir auch so.» Die Trainingsleistungen speziell in der letzten Woche haben Löw ein gutes Gefühl vermittelt. «Im Training war viel Gift, Dynamik und Siegeswille in den Spielformen zu spüren», lobte er seine 23 Spieler. Es werde Zeit, dass es losgeht, betonte Kapitän Lahm: «Wir müssen vom ersten Spiel an voll da sein. Es wird ein schwieriges Turnier.» Löw warnte nicht nur vor der Ausnahmestellung von Real-Star Ronaldo, sondern vor dem gesamten Team des Gegners. «Wir sind nicht zu selbstbewusst und schon gar nicht arrogant oder überheblich», versicherte der Bundestrainer. Nur der Auftakt zählt und keine verfrühten Titelträume: «Wer zwei oder drei Schritte vorausdenkt, stolpert meist.» Er selbst fiebert den großen Aufgaben entgegen: «Ich bin ein Wettkampftrainer.» Gemessen wird auch er an den Ergebnissen mit einem gereiften Team, das die Favoritenlast schultern muss. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei ihrem 90-minütigen Blitzbesuch im DFB-Quartier in Danzig Löw und Co. nochmals Mut gemacht. «Ich habe einen wunderbaren Mannschaftsgeist und viel Zusammenhalt unter den Spielern gespürt. Jetzt wünsche ich dem Team - wie viele Millionen Menschen in Deutschland - einfach Erfolg und das notwendige Quäntchen Glück», erklärte die Kanzlerin. Ob Merkel auch bei einem Spiel in Polen und der wegen der Menschenrechtslage scharf kritisierten Ukraine auf der Tribüne mitfiebern wird, ist offen. Die voraussichtliche deutsche Aufstellung: Neuer - Boateng, Mertesacker, Badstuber, Lahm - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil, Podolski - Klose
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