Elfmeter-Debatte sorgt für Wirbel - Beckenbauer dafür
Budapest (dpa) - 26.05.2012, 12:05 Uhr
Franz Beckenbauer und Joseph Blatter teilen nicht die gleiche Meinung. Foto: Laszlo Beliczay
Franz Beckenbauer hat der Überlegung von FIFA-Präsident Joseph Blatter zu einer möglichen Abschaffung von Elfmeterschießen eine klare Abfuhr erteilt. «Man sollte es lassen, wie es ist. Elfmeterschießen bringt doch Emotionen ins Spiel», sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern eine Woche nach der Champions-League-Pleite der Münchner der «Bild»-Zeitung. Zudem sei der Showdown vom Punkt «viel attraktiver» als der frühere Münzwurf, ergänzte der Chef der FIFA-Task-Force Fußball 2014. Tags zuvor hatte Blatter beim 62. Kongress seines Fußball-Weltverbandes in Budapest eigentlich nur mit einer einzigen Aussage ein wenig Aufregung ausgelöst. Die ersten kleinen Reformschritte zur Korruptionsbekämpfung und Neuaufstellung der FIFA wurden ohne Debattenbeiträge von den Delegierten der mittlerweile 209 Mitgliedsverbände abgesegnet. Dass die von Blatter in «Formel-1-Geschwindigkeit» angekündigten Reformen sich aktuell eher im Schritt-Tempo vorwärtsbewegen, schien keinen zu stören.
Während seiner Grundsatzrede sagte Blatter also: «Fußball kann eine Tragödie sein, wenn es zum Elfmeterschießen kommt. Fußball ist ein Mannschaftssport, und wenn es zum Duell eins gegen eins kommt, verliert er seinen Grundgedanken.» Dabei richtete sich der 76 Jahre alte Schweizer direkt an den im Saal sitzenden Beckenbauer als Chef der Arbeitsgruppe Fußball 2014: «Vielleicht können Sie eine Lösung finden, vielleicht nicht heute, aber in der Zukunft.» Kaum ausgesprochen, gingen die Worte um die Welt. Als Blatter nach einer 20-minütigen Sitzungspause wieder ans Mikrofon trat, beteuerte er, missverstanden worden zu sein. «Ich habe nie gesagt, dass wir das Elfmeterschießen abschaffen sollten», erklärte der 76 Jahre alte Schweizer. Sogar via Twitter ließ er noch während der Versammlung verbreiten, dass er an den Regeln des Weltfußballs, in denen Elfmeterschießen zur Entscheidung bei Unentschieden in K.o.-Spielen nun einmal festgelegt seien, natürlich nicht rütteln wolle. |