Keine Jobgarantie für Solbakken in Köln
Köln (dpa) - 11.04.2012, 13:57 Uhr
Lukas Podolski hält sich sein Auge, nachdem er von einem Gegenstand getroffen wurde. Foto: Fredrik von Erichsen
Am Kölner Geißbockheim herrschte am Tag nach der schmerzhaften Abreibung in Mainz ungewöhnliche Ruhe. Die Art und Weise der 17. Saisonpleite hatte Trainer Stale Solbakken gewaltig zugesetzt. Das desolate 0:4 war einmal mehr eine Begegnung der unerfreulichen Art. Nach einer kurzen Nacht ließ der Norweger am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren. Die Kölner Entscheidungsträger besprachen unterdessen die Personalie Solbakken und suchten nach einer Lösung für die bedrohliche Situation vier Spieltage vor Saisonschluss. Das Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga bleibt auf dem Relegationsplatz, der fünfte Abstieg rückt immer näher. «Für die Leistung ist der Trainer verantwortlich», wetterte FC-Geschäftsführer Claus Horstmann, der die quälenden 90 Minuten mitten unter den Kölner Fans erlebt hatte, «ich kann mich nur entschuldigen.» Die zornigen Anhänger skandierten desillusioniert: «Wir sind Kölner und ihr nicht.» Kein Bundesliga-Club hat in dieser Spielzeit öfter verloren, keine Mannschaft hat mehr Gegentore (63) kassiert. In Köln wird bereits der in Hoffenheim gescheiterte Holger Stanislawski als «Feuerwehrmann» genannt. Auch eine interne Lösung mit Frank Schaefer, Stephan Engels oder Dirk Lottner wäre denkbar.
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Horstmann vermied vor den letzten vier Saisonspielen in Mönchengladbach und Freiburg sowie gegen Stuttgart und München ein klares Bekenntnis zu Solbakken. «Wir haben uns in der Rückrunde sehr, sehr deutlich für den Trainer positioniert. Aber eine 0:4-Niederlage. Das nagt einfach.» Solbakken ist überzeugt, in der Vorbereitung alles für den Erfolg getan zu haben. Ein Konzept für eine Trendwende im wichtigen Derby am Sonntag in Gladbach scheint er nicht zu haben. «Neuer Gegner, neue Möglichkeiten», meinte er lapidar. Kölns Glück könnte sein, dass Schlusslicht Kaiserslautern und der Tabellenvorletzte Hertha BSC Berlin noch schwächer sind. «Den Relegationsplatz müssen wir halten. Dann haben wir noch zwei Chancen, drinzubleiben», sagte Torhüter Michael Rensing. Der ehemalige Bayern-Keeper ist es leid, in der Schießbude der Liga den Dienst zu verrichten. «Das ist deprimierend. Das war das x-te Mal in der Saison, dass wir so auseinandergefallen sind», schimpfte Rensing. Was ihm Hoffnung macht für die Partie in Gladbach? «Nichts», meinte der FC-Schlussmann. |