Nach Angaben des Dortmunder Polizeidirektors Peter Andres sind 110 Strafverfahren gegen Dynamo-Anhänger eingeleitet worden. Dynamo war schon 1991 für zwei Jahre wegen eines abgebrochenen Spiels gegen Roter Stern Belgrad wegen Krawalle aus dem Europacup ausgeschlossen worden. Wie schon beim ersten Prozess beschrieben Zeugen wie Andres die Details der Krawalle. Auch Videofilme von den Ausschreitungen während des Spiels wurden im Gerichtssaal gezeigt. Im Sonderbericht von Schiedsrichter Peter Gagelmann fand sich die ganze Palette der unerlaubten Mittel, die Dynamo-Anhänger benutzt hatten: Laserpointer, Bengalische Feuer, Knallkörper, Rauchbomben, abgebrannte Fahnen. Andres sprach von 4000 gewaltbereiten Dynamo-Fans an jenem Tag. Die Ausschreitungen hatten eine erneute Diskussion um die Sicherheit im Fußball losgetreten. Harald Meyer, Mitglied der DFB-Kommission für Sicherheit und Prävention, schilderte als Zeuge das teilweise machtlose Verhalten vor Ort gegen die Randalierer. Die Polizei hatte die gewaltbereiten Fans in ihren Block geleitet, obwohl sie zuvor bereits mit Flaschen und Feuerwerkskörpern gegen Ordner vorgegangen waren. Dies bemängelte Dynamo-Anwalt Christoph Schickhardt vehement: «Dann soll dafür der Fußball die Verantwortung tragen?» Meyer wollte der Polizei nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen und erklärte: «Bevor ich eine gefährliche Situation heraufbeschwöre, lasse ich sie in die Stadien hinein.» Der Sicherheitsexperte vermutet, dass verbotene Pyrotechnik über Zulieferer und Caterer regelmäßig in die Stadien geschmuggelt wird. «Ich möchte nicht wissen, wie viele Personen da gekauft sind», sagte der Sicherheitsexperte. Das Abbrennen von Leuchtfeuern und Knallkörpern ist bei Fußballspielen verboten, kommt aber immer wieder vor.
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