Stale Solbakkens Geduld mit den Fußballprofis des 1. FC Köln ist fast aufgebraucht. Jüngste Undiszipliniertheiten wie Lukas Podolskis vom Verein nicht autorisiertes Frust-Interview und die Alkoholfahrt von Miso Brecko will der Norweger nicht mehr dulden und in Zukunft hart durchgreifen.
«Ich bin nicht Trainer eines Kindergartens», sagte Solbakken im Kölner «Express». «Noch so eine Aktion - und es ist vorbei», kündigte der Norweger an. «Soll ich den Spielern demnächst Fußfesseln anlegen, um sie von zu Hause aus am Bildschirm zu kontrollieren?», wird der Chefcoach in der «Bild» zitiert.
«Ich habe euch Vertrauen entgegengebracht, aber einige haben es missbraucht», sagte er der «Kölnischen Rundschau». Und im Kölner «Stadt-Anzeiger» machte er klar, dass er den Spielern demnächst vorschreiben wolle, zu welcher Uhrzeit sie ins Bett gehen müssten. Er vertraue seinen Profis, aber «das hier ist nicht mehr lustig», ließ Solbakken wissen.
Reaktionen des Vereins ließen nicht lange auf sich warten: Podolski muss nach seiner harschen Kritik am Club ein gemeinnütziges Projekt unterstützen, der reumütige Brecko wird wegen «unprofessionellen Verhaltens in der Öffentlichkeit und wegen der Verletzung seiner Vorbildfunktion» bestraft.
Es gibt keine Zweifel: Am Geißbockheim im Kölner Grüngürtel nimmt die Unruhe zu. Die Mannschaft dümpelt vor dem Auftritt am Samstag beim 1. FC Nürnberg im unteren Mittelfeld der Tabelle, die Suche nach einem Nachfolger für den im November zurückgetretenen Präsidenten Wolfgang Overath zieht sich hin.