«Wenn überhaupt, war es eine Unsportlichkeit des Gegenspielers, dann wäre es Gelb-Rot für de Camargo gewesen. So ist es anders gekommen: Rot für Hubnik, Tor für Gladbach, Sieg für Gladbach», fluchte ein aufgebrachter Skibbe: «Unfassbar, unfassbar.» Nicht nur der geplatzte Traum von einem Pokalfinale im eigenen Wohnzimmer oder entgangene zwei Millionen Euro TV-Prämie, sondern vielmehr der womöglich gestohlene Befreiungsschlag zeigten Wirkung bei Skibbe. Vier Spiele - vier Niederlagen mit Skibbe: «Die Mannschaft hat Qualität und Charakter. Wir brauchen einfach die Belohnung», erklärte Hertha-Kapitän Andre Mijatovic nach dem erneuten erfolglosen Versuch. Dabei waren die Berliner gegen Gladbach lange das bessere Team. Diplomat Favre wollte sich gar nicht lange mit der ersten Halbfinal-Teilnahme seiner Borussia nach acht Jahren und vor allem mit der Schauspieleinlage von de Camargo beschäftigen. «Ich war auf eine andere Sache konzentriert und total überrascht. Ich kann es nicht beurteilen», sagte der Schweizer zu Brychs Pfiff. «Jetzt hat schon die Vorbereitung gegen Schalke begonnen», schloss Favre an. Am Samstag steht in der Bundesliga der nächste Knaller für das Überraschungsteam der Saison an. Halbfinale? Vierter Platz? «Das sind nicht meine Gedanken. Ich muss schnell arbeiten», erklärte der Gladbach-Coach mit einem Lächeln und funkelnden Augen. Nun will er am 12. Mai zum DFB-Finale in seinen ehemaligen Arbeitsort Berlin zurück. Für den gebeutelten Skibbe erhöht sich nun weiter der Druck. «In den letzen beiden Spielen kann ich eine Menge Positives erkennen», betonte der Hertha-Coach und bekam sogar von seinem Vor-Vor-Vorgänger Unterstützung. «Die Mannschaft ist viel besser mit Raffael. Deshalb mache ich mir überhaupt keine Sorgen um Hertha», sagte Favre, der ein mögliches Gladbacher Interesse an dem Brasilianer jedoch dementiert hat.
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